Ist der Rasen in Topform, freut sich der Mensch -
in diesem Falle der
Hobbygärtner. Denn ein gepflegter, sattgrüner Rasen in
Bestform ist keine Selbstverständlichkeit. Gute und individuell
auf den Boden ausgerichtete Pflege ist schon wichtig, damit dem Rasen
auch in harten Probezeiten, wie dem Sommer, nicht die Puste ausgeht.
Neben dem Düngen, Mähen und Vertikutieren gibt es noch eine
wichtige Tätigkeit, die dem Rasen zur Hochform verhelfen kann -
die Rede ist vom Kalken.
Geht man im Frühjahr durch die Straßen, in denen sich
Gärten oder auch Vorgärten mit Rasenflächen befinden, so
lassen die Flächen häufig eine deutlich sichtbare,
weiße Schicht erkennen, die an einen Schneesturm im Frühling
denken lässt. Irrtum! Hier hat lediglich ein vorausschauender
Gärtner dem Rasen eine gesunde Kur mit Kalk verabreicht, um dessen
Lebenskraft zu stärken und auch im Sommer noch einen schönen
Ausblick genießen zu können.
Spätestens, wenn sich großflächiger Moosbefall auf dem
Rasen befindet, sollte der Hobbygärtner den Säuregehalt des
Bodens prüfen. Weil Moos sauren Boden als sehr angenehm empfindet,
breitet sich auf entsprechend übersäuerten Böden
Moosflächen gern und schnell aus. Kalk dient der Neutralisation
des Bodens und macht dem Moos den Garaus. Ein Leichtes wäre es
nun, einfach Kalk auszustreuen und das Moos verabschiedet sich. So
leicht macht die ungeliebte Pflanze es dem Gärtner allerdings
nicht, denn vor dem Kalken sind einige wichtige Arbeitsschritte
notwendig, damit der Kalk dann auch entsprechend effektiv seine Wirkung
tun kann.
Gründliches Vertikutieren oder eine Bearbeitung des Rasens
zur
Entfernung von Moos und Unkraut ist die Voraussetzung für einen
gesunden Rasen, der dann durch Kalkgaben noch in seiner Basis
unterstützt wird. Erst wenn sämtliches Moos entfernt ist und
das Unkraut gründlich aus dem Rasen herausgezogen wurde, kann dann
mit dem Kalken des Rasens begonnen werden. Hier muss nicht sparsam
verfahren werden, der Kalk kann ruhig großzügig auf der
Rasenfläche verteilt werden.
Nach dem Vertikutieren und Kalken braucht der stressgeplagte
Rasen nun
aber eine Erholungsphase, die der Regeneration des Grüns dienen
soll. Für die weiteren Beautyprozesse des Rasens sorgt nun das
jahresszeitlich bedingte warme und feuchte Wetter. Der Kalk sinkt in
den Rasen ein, das Wachstum wird deutlich sichtbar angeregt. Wenn der
Kalk von der Rasenoberfläche verschwunden ist und seine
säureregulierende Tätigkeit nun im Erdreich aufnimmt, ist es
Zeit für einen weiteren Vitamincocktail des Rasens in Form von
Dünger.
Wer diese Vorgehensweise in richtiger Reihenfolge einhält und
dabei das Kalken bis spätestens Ende März erledigt hat, kann
sich dann auch in der nächsten Saison wieder an einer
sattgrünen und moosfreien Rasenfläche erfreuen.