Baumscheren bzw. Astscheren erhält man heutzutage
sogar bei Discountern zu sagenhaft günstigen Preisen. Bevor man jedoch
bedenkenlos zugreift, sollte man sich vorher im Klaren darüber sein,
welchen Zweck dieses wichtige Arbeitsutensil erfüllen soll. Geht es
etwa nur um den Beschnitt kleinwüchsig bleibender Zierbäumchen in einem
Vorgarten, mag natürlich eine günstige Schere seine Zwecke erfüllen.
Sollen aber auch höher wachsende Obstbäume oder starkwüchsige
Ziersträucher über Jahre hinweg beschnitten werden, lohnt es sich
meist, etwas mehr Geld für solide Klingen und robuste, nachstellbare
Mechanik einer Baumschere zu investieren.
Grundsätzlich gibt es zwei Systeme: die Bypass-Scheren, bei
denen die Schneideklingen am Gegenpart vorbeigleiten, und die
Amboss-Scheren, bei denen die Schneideklinge bei optimaler Einstellung
mittig auf dem Gegenpart aufschlägt. Letztere wurden zum Einen unter
dem Gesichtspunkt der Kraftoptimierung beim Schneiden entwickelt - beim
Einsatz ausgeklügelter Hebelmechaniken tut man sich bei diesem System
leichter.
Zudem neigten Klingen beim Bypass-System in früheren Jahren
auch oft bei Verschleiß zum bloßen Quetschen statt Schneiden. Dank
innovativer Technologien wie spezieller Klingenhärtung und
Teflon-Beschichtung jedoch, können Bypass-Scheren - die bei gutem Gerät
mit einfacher Justierung durch eine Mutter oder Schraube nachzustellen
sind - in der Praxis oft sinnvoller und langlebiger sein. Die für
Amboss-Scheren notwendige Flächigkeit der Klinge macht sie nicht selten
bei starker Belastung instabil und nur schlecht nachstellbar. Zudem
stellen sich hier in der Praxis auch bei beschichteten Klingen von
Discountern nicht selten schnell Scharten ein, die den Schnitt
beeinträchtigen.
Bei bloßen Handscheren sollte zudem darauf geachtet werden,
dass eine ausreichend stabile Feder das Rückholen der Schere beim
Schnitt auf Dauer gewährleistet. Große Scheren mit Zweihand-Schnitt und
Teleskoparmen oder gar Drahtseil-Mechanik zum bequemen Schnitt in
großer Höhe vom Boden aus, müssen zudem eine ausreichende
Verwindungsstabilität aufweisen, damit sie nicht bei starken Ästen und
harten Hölzern gnadenlos verbogen werden, anstatt ihre Aufgabe zu
erfüllen.