Die Gartengestaltung am Hang ist eine große Herausforderung und Chance zugleich. Wer im Flachland wohnt, türmt mit großen Mühen einen Hügel auf, um eine Hanglage für seine Kräuter zu schaffen. Und wer mit einem Grundstück mit Gefälle gesegnet ist, wünscht sich nichts mehr als ein Stückchen ebene Fläche, auf der zumindest eine Gartenliege oder ein Planschbecken waagerecht stehen können.
Doch Hanglagen können sehr unterschiedlich sein: je steiler und felsiger, desto schwieriger wird es, Pflanzen anzupflanzen. In der Natur sind auch solche Lebensräume besiedelt, und mit etwas Ausdauer finden sich auch die Pflanzen, die für Steillagen geeignet sind. Ansonsten kann der Natur freien Lauf gelassen werden, spätestens nach fünf Jahren haben sich Pflanzen selbst angesiedelt.
Hat der Hang dagegen nur leichtes Gefälle, sollte er terrassiert werden. Dazu werden Natursteinmauern gesetzt und das Gelände so verschoben, dass es eine Treppe bildet. Es ist ratsam, für die Erdbauarbeiten Kleinbagger einzusetzen, die sowohl die schweren Steine bewegen als auch Erdmassen schieben können. Der Höhenunterschied zwischen den Ebenen sollte 60-80 cm betragen, dann ist keine Brüstung notwendig.
Die Ebenen sollten durch Treppen verbunden werden. Es ist empfehlenswert, die Ebenen zusätzlich mit einem Rampensystem zu verbinden, damit die Schubkarre und der Rasenmäher problemlos die Ebene wechseln können. Durch die Kombination von Treppen und Rampen lassen sich auch sehr schöne Rundwanderwege durch den Garten anlegen.
Ein Hang mit mittlerem Gefälle ist für das Bepflanzen am besten geeignet. Hier lassen sich Kleingehölze, Stauden, Kissenpflanzen und Kräuter harmonisch auf kleinster Fläche kombinieren. Auch ein Bachlauf lässt sich in einen Hang stilvoll integrieren, er sollte aber nicht zu steil verlaufen. Gegebenfalls kann der Wasserlauf mit Steinen im Bachbett gebremst werden. Ein Hang mit Südlage ist auch gut geeignet, Rebstöcke oder Spalierobst anzupflanzen. In Verbindung mit der hölzernen Tragekonstruktion ergibt sich ein attraktives Gartendesign auch für den Winter.
Problematisch ist dagegen ein Hang im Dauerschatten. Hier ist es - wie bei felsiger und sehr steiler Lage – besser, der Natur freien Lauf zu lassen. Wer trotzdem aktiv werden möchte, kann mit Farnen und Moosen versuchen, eine Grottenlandschaft zu bilden.
Künstliche Hänge sind immer mit Vorsicht zu bearbeiten, größere Abgrabungen können zum Hangrutsch führen. Künstliche Hänge finden sich als Schlafdeiche an der Küste und als Lärmschutzwand im Binnenland. Aufgeschüttete Grundstücke oder Abraumhalden können auch in Siedlungsgebieten auftreten. Hier kann mit speziellen Hangsteinen eine Mauer gesetzt werden, die genug Freiraum für Pflanzen lässt. Hier sollten hängende mit Aufwärtsstrebenden Pflanzen kombiniert werden, um auf kleinstem Raum eine immergrüne und im jahreszeitlichen Wechsel blühende Wand zu schaffen.
Für alle Hänge gilt: Wasser fließt immer nach unten. Am Fuß des Hanges wird es immer feucht-nass sein. Kein geeigneter Standort für ein Gartenhaus, aber ideal für einen Gartenteich, der durch einen Bachlauf im Hang ideal aufgewertet wird.