Eine Kräuterspirale ist ein Hingucker im Garten und beherbergt viele Gewürz- und Heilkräuter mit unterschiedlichen Standortansprüchen ohne viel Fläche zu beanspruchen. Kräuterspiralen waren schon im Mittelalter bekannt. Auch Hildegard von Bingen brachte Erkenntnisse darüber ein. Wieder entdeckt wurde diese Technik durch die Permakultur, die für ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Nutzung steht.
Die Planung
Es geht nicht ohne einen sonnigen Standort. Die Kräuterspirale beansprucht einen Platzbedarf zwischen 2 bis 3 m². In der Höhe erreicht sie dann 1,0 -1,5 m. Für den Mauer-Zwischenabstand sollten 60 cm eingerechnet werden. Die Mitte bildet ein aufgeschichteter Steinhaufen, der später mit Erde bedeckt wird. Auch dieser dient der Wärmeversorgung und Feuchtigkeitsregulierung der Pflanzen. Außerdem ist er eine gute Drainage für ablaufendes Regenwasser. Aus praktischen Gründen sollte der Weg zur Küche möglichst kurz sein.
Der Bau
Der Bau einer Kräuterspirale erfolgt im Frühjahr mit Bepflanzung oder im Herbst ohne Bepflanzung. Er beginnt mit dem NASSBEREICH, einem kleinen Teich. Dieser bildet den südlichsten Punkt am Fuß der Spirale. Die Tiefe sollte 40 bis 80 cm betragen. Einige aus dem Wasser ragende Steine sind ideale Wärmespeicher. Ersatzweise kann auch ein Plastikkübel als Teichgefäß dienen. Wichtig: eine Verbindung vom Wasser zur Erdschicht, da das Wasser die Pflanzen der anschließenden Nass- und Feuchtebene versorgt. Wie ein Docht kann stark aufsaugendes Material, z.B. Jutesackstreifen, eingearbeitet werden. Rand und Übergänge mit schönen Steinen kaschieren, so dass sie Bewuchs aufnehmen können und Mulden für Vogeltränken bilden. Wer auf einen solchen Teich verzichten möchte oder muss, lässt die unteren Bereiche (Nass- und Feuchtzone) weg, muss also mit einer „halben“ Kräuterspirale zufrieden sein.
Der alte Boden wird Spatentief abgetragen und mit grobem Kies aufgefüllt. Auf diesem Fundament entsteht der erste Mauerkreis.
Diese erste Rundung, der FEUCHTBEREICH, die den Teich (Nassbereich oder Wasserzone genannt) als südlichsten Punkt aufnimmt, wird mit kompostierter Erde aufgefüllt. Der folgende NORMALBEREICH erhält ein Erd-Sandgemisch und der vierte Abschnitt, der TROCKENBEREICH viel Sand, ganz wenig Erde und Kalk wird beigemengt.
In Form eines Schneckenhauses werden die Mauern der Spirale aufsteigend gesetzt. Dafür eignen sich gut die Wärme speichernde Natursteine (Kalksandstein, Feldsteine, Ziegel oder Granit- Jurawasserbausteine). Die Steine werden nur gestapelt. Größere Zwischenräume (besonders bei Verwendung runder Steine) werden mit Lehm/Erde eingefüllt. Hier und in größere Fugen sollte kriechender Thymian, Dachwurz, Tripmadam, Dost gesetzt werden.
Die Bepflanzung
Mit der Bepflanzung sollte etwas gewartet werden. Die Erde soll sich durch einige Regenschauer und normales Absacken erst festigen. Nach Bedarf Erde nachfüllen.
Der Wasserbereich ist ideal für Brunnenkresse, Kalmus, Bachbunge, Wasserminze (Wachstum durch einen Tontopf im Zaum halten).
Der humusreiche Feuchtbereich bietet optimale Voraussetzungen für Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Zitronenmelisse, Pfefferminze. Den Normalbereich mögen Kümmel, Koriander, Weinraute, Kamille, Basilikum, Salbei (ganz oben zum nächsten Bereich setzen). Auf die sandige und kalkhaltige Spitze des Trockenbereichs gehören Oregano, Thymian, Lavendel, Rosmarin.