Stützmauern werden für verschiedenste Zwecke errichtet.
Zumeist liegt der Sinn darin, abschüssige Gartengrundstücke
in bergigen Gebieten zu begradigen. Die Grundstücke sind danach
stufenartig angereiht. Die Stützmauern dienen dann gleichzeitig
als Grundlagen für Gartenzäune.
Der Erddruck auf Stützmauern kann erheblich sein und ist von
der
Höhe abhängig. Leichtbauweise kann hier nicht empfohlen
werden. Es ist jedenfalls zunächst ein Streifenfundament
nötig, welches aus Sicherheitsgründen bis zur Tiefe der
Frostgrenze - in Mitteleuropa sind das 90 Zentimeter - gegraben und
ausbetoniert werden muss. Der Erdaushub kann zur Auffüllung hinter
der zukünftigen Stützmauer verwendet werden.
Die Breite des Fundamentes ist von der geplanten Höhe der
Stützmauer abhängig. Ein weiterer Faktor ist die Art der
Erde. Ist es „gewachsener“ Boden mit harten Lehm- und
Tonanteilen, der noch nie Spitzhacke und Spaten zu spüren bekommen
hatte, ist das von Vorteil.
Handelt es sich jedoch um aus irgendwelchen Gründen
aufgefüllte Erde, muss der Boden im Fundamentgraben unbedingt mit
einer Ramme sorgfältig verdichtet werden, sonst kann es nach ein
paar Jahren Ärger geben. Man stelle sich vor, die Stützmauer
wird rissig und muss erneuert werden. Das ist nicht vorstellbar. Die
Erde hinter der Mauer muss dann weg, die Mauer selbst muss weg, das
Fundament auch irgendwie, weil es sich gesenkt hatte und niemand
weiß, wie weit es das noch tun wird - das Ärgernis nimmt
seinen Lauf.
Es muss bedacht werden, dass das Fundament einer Stützmauer
nicht
mit dem eines Hauses vergleichbar ist. Erddrücke, die auf ein
Kellergeschoss einwirken, werden ganz einfach weggesteckt.
Stützmauern sind jedoch freistehend! Dann verhält es sich so,
dass es zwischen Fundament und Stützmauer keine Isolation geben
darf, weil es dann keinen festen Verband geben würde.
Am sichersten sind Stützmauern, die mitsamt Fundament aus
einem
Stück gegossen sind. Das ist jedoch vom Aufwand her gesehen, oft
kaum durchführbar und auch riskant, weil die beidseitige
Einschalung für die Stützmauer sehr schwer zu beherrschen
ist. Die Schalung kann nachgeben, wenn sie mit Beton gefüllt wird.
Schlimmstenfalls rutscht dann alles zusammen. Der Beton ist dann
unbrauchbar und muss auch noch entsorgt werden. Das muss man sich nicht
antun.
Also: Nur das Fundament an der Oberseite einschalen, es dabei
genau
nehmen und darauf achten, dass alles exakt waagerecht ist, weil es
schließlich die Grundlage für die Stützmauer darstellt.
Dann sollte in aller Ruhe gemauert werden.
Als Baumaterial eignet sich Naturstein wie z.B. Granit. Es
können
aber auch Schwerbetonsteine verwendet werden. Hartgebrannte
Ziegelsteine sind auch geeignet und können eine gut aussehende
Fassade darstellen.
Hohe Stützmauern sollten nach hinten geneigt, also gegen den
Erddruck, gemauert werden. Das wird aber nicht immer möglich sein,
weil das beispielsweise nicht in die Landschaft passen könnte.