Im Wohnbereich dienen Übertöpfe nicht nur der Zier, sondern
auch dem Zweck. Wenn eine Topfpflanze gegossen wird, passiert es schon,
dass etwas überschüssiges Wasser aus dem Blumentopf unten herausläuft.
Und damit es dann zu keinen "Wasserschäden" kommen kann, werden
vorsorglich Unterlagen in Form von Schalen oder passenden Tellerchen
untergestellt.
Übertöpfe sollen den "gemeinen" Tontopf "unsichtbar" machen,
wobei es sich jedoch so verhält, dass neue Tontöpfe nicht unbedingt
unansehnlich sind. Sie spiegeln ländliche Idylle wieder, wobei es ja
auch nicht zuletzt darauf ankommt, was für eine Pflanze in diesem
Blumentopf wächst.
Daher sollten Übertöpfe dem Gewächs angepasst sein, selbst
wenn eine Pflanze als Kümmerling angesehen wird und man sich fragt, ob
sie einfach weggeworfen werden sollte. Es muss daran gedacht werden,
dass diese Pflanze schon eine ganze Weile mit einem in den eigenen vier
Wänden zusammengelebt hat. Kann hier ein Übertopf Abhilfe schaffen?
Soll die Pflanze merken, dass sich jemand um sie kümmert?
Es gibt Theorien, in denen behauptet wird, dass Pflanzen
zuhören, wenn man mit ihnen spricht, obwohl man gar nichts sagt. Ist
das Unsinn?Sicherlich. Aber irgendwie verhält es sich so, dass man als
"Pflanzenhalter" aufmerksamer wird, nachdem man den Topf in einen
Übertopf gesetzt hat.
Übertöpfe können stockhässlich sein. Urnenförmig, weiß und
steril; regelrecht abstoßend. Die Vernachlässigung könnte dann
vorprogrammiert sein. Die Pflanze sieht zwar nicht, in was ihr Topf
hineingestellt wurde, aber es wird sich auf eine andere Art auswirken.
Beim Kauf eines Übertopfes sollte darauf geachtet werden,
dass nicht nur die passende Größe und der Kaufpreis dominieren, sondern
es sollte auch etwas bildliche Vorstellung dahinterstecken.
Einen Gummibaum verfrachtet man nicht in einen beispielsweise
ringförmigen Zylinder aus Steingut: hier wäre etwas aus Holz besser.
Ein kleines Blumenpflänzchen sollte keine Friedhofsatmosphäre
verbreiten, nachdem es in einen Übertopf verfrachtet wurde.
Es ist natürlich klar, dass das vorhandene Umfeld einbezogen
werden muss. In einem parkähnlich angelegten Grundstück mit
"Engelsfiguren" an den Wegesrändern und einem kleinen Teich mit
Goldfischen darin, können getrost Übertöpfe mit "antikem" Aussehen für
Pflanzen, die nicht ganzjährig im Freien sein können, verwendet werden.
In einem einfachen Schrebergarten, sähe es wiederum etwas
eigenartig aus, wenn neben dem Gewächshaus ein antik anmutender
Übertopf mit Orchideen darin stehen würde. Da gehören Gartenzwerge und
beispielsweise Agaven hin. Für die Agaven sind Übertöpfe aus Holz
anzuraten.
Es muss eben alles zusammenpassen. Es werden in dieser
Hinsicht viele Fehler gemacht, weil bei der Auswahl von Übertöpfen
nicht immer mitgedacht wird. Was im Laden schön aussieht, muss muss in
der Wohnung oder im Garten längst nicht schön aussehen.