Wer ein Grundstück in Waldnähe hat, wird
oftmals von Wildbesuch überrascht. Handelt es sich
ausschließlich um eine Wiesenfläche, werden die
meisten wohl nichts gegen den einen oder anderen Reh- oder Hasenbesuch
haben, doch sobald die Flächen gärtnerisch genutzt
werden, können die ungeladenen Gäste großen
Schaden anrichten.
Abhilfe gegen Hasen, Kaninchen, Reh- und Rotwild bietet der so genannte
„Wildzaun“, auch als Wildgatter, Viehzaun, Knoten-
oder Forstgeflecht bezeichnet.
Diese Wildzäune bestehen aus rechteckig verknoteten
Metallmaschen, die im unteren Bereich noch sehr eng, im oberen Bereich
dagegen großzügiger geknüpft sind. Im
unteren Bereich dienen sie dazu Niederwild abzuhalten, im oberen
Bereich sollen Reh- und Rotwild vom Übersetzen abgehalten
werden. Aus diesem Grund werden Wildzäune auch, je nach
örtlichem Wildbestand, für Rehwild mit einer
Mindesthöhe von 1,50m, für Rotwild von 1,70m gesetzt.
Je nach Bodenbeschaffenheit erhalten die Zäune mittels in den
Boden eingelassener imprägnierter Holzpfosten, oder aber auch
einbetonierter Stahlpfosten den richtigen Halt.
Wird man von Wildschweinüberfällen geplagt, die sich
in den letzten Jahren immer mehr häufen, so sollte man im
unteren Bereich des Wildzaunes, dicht über dem Boden, stabile
Metallstangen mit dem Zaun verbinden. So gelingt es auch den starken
Schwarzschnauzen nur sehr schwer, oft auch gar nicht, den Zaun hoch zu
drücken. Auch bei Wildschweinen sollte man nicht vom Einsatz
des Drahtgeflechts abgehen, denn die Baubedingte Elastizität
gibt bei kraftvollem Gegendrücken nicht so schnell nach.
Natürlich können die Wildzäune, um
zum einen zusätzlichen Schutz, zum anderen aber auch eine
optische Verbesserung zu erreichen, noch mit Hecken innenseitig
bepflanzt werden. Dabei kann man sich natürlich für
Nutzsträucher wie Brombeeren, (hier die mit Stacheln
wählen), oder Stachelbeeren entscheiden, aber auch
für Zierhecken und Sträucher.
Der Besatz hängt natürlich auch von der
Bodenqualität ab. Je unangenehmer der Zugang für die
Wildtiere gestaltet wird, desto größer ist der
Erfolg. Wer von einer zusätzlichen Bepflanzung absehen
möchte, dennoch einen angenehmeren optischen Eindruck
wünscht, kann sich im Handel für die grünen,
mit Kunststoff ummantelten, Drahtgeflechte entscheiden.
Hat man den Zaun errichtet, sind
regelmäßige Kontrollen der Zaunfläche
angebracht, denn Wildtiere, die auf der anderen Seite des Zauns
besonders verlockende Nahrungsgründe entdeckten, sind recht
hartnäckig und sogar erfindungsreich. Sie
„kontrollieren“ Wildzäune regelrecht auf
Schwachstellen, um diesen dann entsprechend zu nutzen. Sollten in der
ersten Zeit des Wildzauns immer Schäden auftreten, so liegt es
an diesen Schwachstellen, die es dann zu beseitigen gilt.
Zu Beginn zeitlich eng gesetzte Kontrollgänge dienen
übrigens auch dazu, die Wildtiere bei ihren Versuchen zu
stören. Bleibt man konsequent, geben die Tiere ihre Versuche
in kurzer Zeit auf.
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