Jahrzehntelang galten Gartenzwerge als Kitsch. An diesem
Urteil hat sich inzwischen einiges geändert und zwar aus folgendem
Grund: Seit gut 20 Jahren haben sich politisch witzige, freche,
makabere und auch erotische Motive auf dem Markt platziert.
Gartenzwerg-Besitzer gehören heute zu einer neuen selbstbewusst
aufgewachsenen Generation. Vor diesem Hintergrund kann man sagen: Mit
Gartenzwergen kommt eine Portion Witz oder auch Selbstironie in
deutsche Gärten.
Woher stammt die Kultur der Gartenzwerge?
Gartenzwerge sind ein deutsches Phänomen. Inzwischen sind sie
allerdings zu einem Exportschlager geworden, sodass sie die kleinen
Wichte schon Millionen Gärten außerhalb von Deutschland in aller Welt
erobert haben. Literarisch zuerst belegt wurde der Gartenzwerg wie so
oft von Johann Wolfgang von Goethe. In seinem Werk "Hermann und
Dorothea" werden die Gartenzwerge zum Thema.
Als offizieller Vorläufer des heute bekannten Gartenzwerges
gelten die Tierkopf-Figuren aus den Terrakotta-Manufakturen im
Thüringer Land.
Der eigentliche Gartenzwerg dagegen soll erst vor circa 140
Jahren das Licht der Gartenwelt erblickt haben. Als Geburtsort des
Gartenzwerg wird in allen Quellen übereinstimmend die Kleinstadt
Gräfenroda / Thüringen angeführt. Sicher ist, dass im Jahr 1898 die
Gartenzwerge aus den Firmen in Thüringer Land auf der Leipziger Messe
angeboten wurden. Das war die über Thüringen hinausreichende Premiere
des klassischen Gartenzwerges, wie er heute im Handel angeboten wird.
Worauf kommt es beim Kauf von
Gartenzwergen an?
Das Material
Zu empfehlen sind Gartenzwerge, die traditionell aus
Terrakotta gefertigt werden. Gips und Beton sind dagegen suboptimale
Materialien, die nur von Billig-Erzeugern angeboten werden. Bei
Kunststoffen hat sich der Werkstoff PVC als von ausreichend guter
Qualität bewährt. Gießharz dagegen ist weder bruch- noch frostsicher.
Der wichtigste Tipp für den Kauf von Gartenzwergen besteht deshalb
darin, sorgfältig auf das Material zu achten. Meiden Sie Gartenzwerge
aus Gips, Beton und Gießharz. Sie stammen von Billig-Erzeugern und
überstehen in der Regel meist nicht ihr erstes Garten-Jahr.
Die Größe
Durchschnittlich misst der Gartenzwerg circa 20 bis 30
Zentimeter. Maximal, so die von einem Schutzverein erlassene offiziell
erlassene Verordnung, darf er 69 Zentimeter betragen. Doch an dieses
Maß halten sich selbst die führenden Hersteller nicht. Figuren mit
einer Größe bis zu einem Meter sind inzwischen durchaus üblich auf dem
Markt.
Die Preise
Die Preise Gartenzwerge von guter Qualität bemessen sich nach
folgenden Kriterien:
- Größe der Figur
- die Aufwendigkeit der Verarbeitung (Terrakotta zum Beispiel
ist gebrannter Ton. Komplexere Figuren werden in mehreren Brennstufen
gefertigt.)
- Das Material (PVC oder Terrakotta, wobei Figuren aus PVC
preiswerter angeboten werden können als Figuren aus Terrakotta. Achten
Sie aber unbedingt auf den Unterschied von PVC und Gießharz.)
Diese Kriterien vorausgesetzt, differieren die Preise für
empfehlenswerte Gartenzwerg-Produkte zwischen circa 5 Euro und 150
Euro. Durchaus zu empfehlen ist der Versand über das Internet. Dabei
sind selbstverständlich zuzüglich Versandkosten einzukalkulieren. Diese
können sich bei Exemplaren größeren Formates in Größenordnungen von
über 10 Euro bewegen.