Es kommt nicht von ungefähr, dass immer mehr Verbraucher
inzwischen wieder dazu übergehen, ihren Saft selbst zu pressen.
Bei den gekauften Saft-Produkten im Supermarkt ist heutzutage nicht
mehr so ganz ersichtlich, was in der Flasche oder dem Tetrapack
eigentlich enthalten ist. Wie hoch ist der Zuckeranteil, welche
Konservierungsstoffe oder künstlichen Aromen wurden
zugeführt? Die Kennzeichnungspflichten lockern sich im Rahmen der
EG-Richtlinien sowieso immer weiter. Dabei ist in Zeiten mit einer
gesteigerten Allergiegeneigtheit in der Bevölkerung besonders
wichtig geworden, zu wissen, was der Körper zu verarbeiten hat.
Ganz davon abgesehen ist frisch gepresster Saft in
geschmacklicher
Hinsicht gekauften Saft sehr weit überlegen. Er enthält
natürliche Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und wertvolle
Enzyme. Unreife Früchte und schadhafte Stellen am Obst oder
Gemüse werden sofort aussortiert bzw. entfernt und können die
hohe Qualität des Saftes nicht beeinträchtigen. Auch eine
längere Lagerung und andere ungünstige Umwelteinflüsse
werden ausgeschlossen. Die reichhaltigen Vitalstoffe werden geschont
und können direkt ihre volle Wirkung entfalten.
Aber nicht nur die Frage, ob frischer oder gekaufter Saft,
ist eine
philosophische Frage, sondern auch die Herstellungsmethode ist von
großer Bedeutung. Bei der Saftherstellung konkurrieren
Entsaftungszentrifugen und Obst- oder Saftpressen.
Bei der Zentrifuge wird das Obst mit einer von einem
Elektromotor
angetriebenen, schweren Reibscheibe am Boden klein gerieben und der
Saft aus dem so entstehenden Mus mittels Zentrifugalkraft
herausgeschleudert und aufgefangen.
Obst- und Saftpressen hingegen nutzen eine wesentlich
geringere
Umdrehungszahl; der Saft wird nicht herausgeschleudert, sondern z.B.
mit einem Zwillings-Presskolben oder einer Pressschnecke vorsichtig
herausgepresst und dann aufgefangen. Eine andere Arbeitsweise bieten
Saft- und Obstpressen, die das Obst oder Gemüse mit mehreren
kleinen Messern unter einer etwas höheren Umdrehungszahl
zerkleinern.
Diese Art des Entsaftens ist wesentlich schonender und
vermeidet die
hohe Einwirbelung aggressiven Sauerstoffs in den ausgegebenen Saft. Der
Saft wird nicht, wie beim Zentrifugal-Entsafter, aufgeschäumt,
wodurch die empfindlichen Enzyme geschont und sauerstoffempfindliche
Vitamine nicht zerstört werden. Obst- bzw. Saftpressen bieten
neben der großen Saftausbeute auch eine sehr hohe
Saftqualität. Darüber hinaus wird der Saft nicht erwärmt.
Mit solchen Obst- bzw. Saftpressen lassen sich relativ bequem
Obst,
Gemüse und auch Getreidegräser zu einem bekömmlichen und
erfrischenden Saft herstellen, um dann eventuell sogar interessante
Saftkombinationen zu mischen.