Bambus hat ohne Zweifel eine Faszination, die viele Gärtner und Hobbygärtner
inspiriert. Der Nachteil bei dieser Pflanze ist jedoch, dass viele Arten
Ausläufer bilden, so genannte Rhizome. Über die Wurzelstöcke breitet sich Bambus
leider oftmals sehr unkontrolliert und stark aus. Bereits drei Jahre nach der
Pflanzung zeigt diese Pflanze ein enormes Wachstumspotential. Bambuspflanzen
sind regelrechte Meister im Wachsen und Austreiben. Unangenehm kann dies vor
allem werden, wenn plötzlich die Ausläufer auf Nachbars Grundstück erscheinen.
Mit Rhizomsperren kann dem Bambus hier Einhalt geboten werden.
Am sinnvollsten ist es natürlich eine Rhizomsperre bereits beim Einpflanzen des
Bambus mit einzuplanen, denn im nach hinein ist es oft schwierig, die Pflanze
wieder zu bändigen. Zudem sind bereits gebildete Rhizome sehr zäh und lassen
sich selbst mit einem Spaten nur schwer durchtrennen.
Als Rhizomsperre ist eine mindestens zwei Millimeter dicke Sperre aus
Hochdruck-Polyethylen (HDPE) gut geeignet, denn selbst Teichfolie und Bitumen
kann der Bambus mühelos durchbohren. HDPE hingegen ist so fest, dass es oftmals
selbst mit der Schere schwierig schneidbar ist. Die Folie ist aber dennoch so
flexibel, dass sie jeder beliebigen Beetform angepasst werden kann.
Um den Pflanzbereich muss als erstes ein entsprechend tiefer Graben mit einer
Schaufel bzw. einem Spaten ausgehoben werden. Bei großen Flächen ist ein
Minibagger ratsam. Anschließend kommt die Folie umlaufend in den Graben. Etwa
fünf Zentimeter der Folie sollten aus dem Bodenniveau herausragen. Dies ist
wichtig, denn die Rhizome können sonst unbemerkt über die Kante wachsen und sich
verbreiten.
Die Enden der Folie werden mit einer Alu-Verschlussschiene befestigt oder mit
einem Folienschweißgerät bzw. Heißluftfön verschweißt. Anschließend wird der
Graben wieder mit Erde aufgefüllt und verdichtet (zum Verdichten reicht es, den
Boden ausreichend festzustampfen).
Auch ein nachträglicher Einbau der Rhizomsperre ist mit etwas mehr
Arbeitsaufwand möglich. Hierbei sollte zunächst genau abgecheckt werden, wie
weit die Rhizome bereits vorgedrungen sind bzw. sich ausgebreitet haben. Dann
wird ebenfalls ein ausreichend großer Graben um die Pflanze herum ausgehoben.
Anschließend wird auch hier die Rhizomsperre um den Graben herum gelegt. Anfang
und Ende sollten sich überlappen. Die anschließend angebrachte Aluschiene muss
eine lückenlose Verbindung gewährleisten und die überlappende Folie bündig
abschließen, damit nicht neue Ausläufer in einen etwaigen Spalt hineinwachsen
und sich erneut ausbreiten können.
Eine Rhizomsperre muss mindestens 65 Zentimeter tief in den jeweiligen Boden
eingegraben werden. Die Folie sollte hierbei mit einer Neigung nach außen,
leicht schräg angebracht werden.
Auch wäre ein Mindestdurchmesser des Grabens von 150 Zentimetern angebracht, um
Trockenschäden und Nährstoffmangel der Pflanzen zu vermeiden. Der Bambus sollte
auch mit einer Rhizomsperre immer ausreichend Nährstoffe haben.
Wenn die Rhizomsperre fertig ist, sollte der Bambus nach einiger Zeit regelmäßig
ausgelichtet werden. Hierbei wird ein Teil der Halme bodeneben abgeschnitten.
Dies ist wichtig um den Platzbedarf innerhalb der Sperre regelmäßig wieder zu
verringern.