Dass der Buchsbaum seit mehr als 2000 Jahren zu den beliebtesten Kulturpflanzen gehört, verdankt er nicht nur seinem ganzjährig dunkelgrün-glänzenden, kleinblättrigen Laubwerk, sondern auch seiner sehr guten Formbarkeit. So begegnet uns der Buchsbaum meistens nicht in seiner natürlichen Strauchform, sondern als sauber geschnittene Einrahmung von Blumenbeeten, als dichte, quaderförmige Hecke, als Kugel, Pyramide, Spirale, Quadrat oder Tierform.
Wer bei der Gestaltung seines Garten, seiner Terrasse oder seines Balkons die Verwandlungsfähigkeit von Buchsbaum nutzen möchte, muss zunächst die richtige Buchsbaumart auswählen. Unterschieden wird zwischen den Sorten "Buxus sempervirens" mit einem jährlichen Zuwachs von etwa zehn Zentimetern, "Buxus sempervirens Blauer Heinz" mit nur fünf Zentimetern Wuchs im Jahr und "Buxus sempervirens Raket", die pro Jahr um bis zu zwanzig Zentimeter wächst. Für Beetumrandungen bietet sich die die Sorte "Blauer Heinz" an, für Hecken ist die Sorte "Raket" am geeignetsten." Buxux Sempervirens" ist die am häufigsten vorkommende Sorte, zu bewundern in den verschiedensten Formen.
Der Buchsbaum benötigt zwei Zuschnitte im Jahr, und zwar idealer Weise jeweils nach Abschluss des Austriebs im Früh- und Spätsommer, jedoch nicht nach Ende August, da ansonsten die neuen Triebe erfrieren könnten. Die Pflanze ist unempfindlich und kann sogar einen Komplettrückschnitt bis ins alte Holz vertragen. Allerdings darf der Buchsbaum nach dem Schnitt für einige Tage nicht der Sonne ausgesetzt werden, damit die Blätter nicht verbrennen. Am einfachsten ist es, den Zuschnitt in einer Schattenphase vorzunehmen.
Der Zuschnitt sollte bei Hecken oder einfacheren Figuren mit einer Handheckenschere, bei komplizierteren Formen mit einer speziellen Buchsbaumschere erfolgen. Wichtig ist, dass die Schere eine gerade, scharfe Klinge hat; Gartenscheren sind deshalb nicht geeignet. Buchsbaumhecken sollten seitlich möglichst gerade geschnitten und dürfen keinesfalls nach unten verjüngt werden, da die Hecke ansonsten verholzen könnte. Bei größeren Hecken ist auch ein sich nach oben verjüngender Schnitt möglich.
Die beliebten Buchsbaumfiguren Kugel und Pyramide lassen sich mit Hilfe einer Schablone aus Pappe leicht selber zuschneiden. Dazu wird die gewünschte Form auf Pappe aufgezeichnet, ausgeschnitten und dann halbiert. Die Schnittseite der Form wird in die Mitte des Buchsbaumes gehalten; alle überstehenden Triebe können entfernt werden.
Dieser Vorgang ist in verschiedene Richtungen so lange zu wiederholen, bis die Pflanze die gewünschte Form angenommen hat. Wer sich den Zuschnitt so nicht zutraut, kann in jedem Gartencenter oder Baumarkt Drahtgerüste in allen möglichen Formen bekommen, die in den Strauch gesetzt werden. Anschließend sind die aus der Drahtform herausragenden Triebe abzuschneiden. Das Gerüst sollte im Buchsbaum bleiben, bis die Pflanze nach mehreren Zuschnitten die gewünschte Form mit dichtem Blattwerk ausfüllt. Damit die zugeschnittene Pflanze die gewünschte Form beibehält, ist regelmäßiges Zuschneiden nach jedem neuen Austrieb erforderlich. Das Nachschneiden ist auch für ungeübte Gärtner einfach; es sind lediglich die an ihrer hellgrünen Farbe leicht zu erkennenden neuen Triebe zu entfernen.