Es sei erlaubt, infolge der unterschiedliche gebrauchten
Schreibweisen "Camelia" und "Camellia" im folgenden auf "Kamelie"
zurückzugreifen. Da diese, aus Ostasien stammenden Schönheiten, sowieso
durch ihre herrlichen Blüten und nicht den Namen begeistern, wird das
wohl nicht als störend empfunden.
Wer das Glück hatte, einmal eine Kamelienschau besuchen zu
können, der konnte sich von der Vielfalt der Blüten, ihrer
unterschiedlichen Größe und den Farbnuancen regelrecht berauschen
lassen. Aber was so herrlich aussieht, ist nicht ganz so einfach zu
pflegen. Deshalb sollen nachfolgend einige Tipps und Hinweise zum
Umgang mit Kamelien gegeben werden.
Alle Arten der Kamelien sind frostempfindlich. Die oftmals
angegebene "Winterhärte" erweist sich ab - 5 Grad Celsius meist als
trügerisch. Sie benötigen einen durchlässigen, am besten mit Weißtorf
angereicherten Boden und gedeihen am besten im Halbschatten. Letzterer
ist wörtlich zu nehmen, denn ein kurzzeitiger Wechsel von Sonne und
Schatten - eventuell durch einen lichtdurchlässigen Baum - ist ideal.
Staunässe muss unbedingt vermieden werden, wobei der
Wurzelballen immer durchfeuchtet sein sollte. Als Gießwasser eignet
sich Regenwasser am besten. Im Herbst und Winter bitte sehr
zurückhaltend gießen. Kamelien gedeihen gut als Kübel- oder
Topfpflanze. Als Zimmerpflanzen sind die meisten Arten nicht geeignet,
da die Umgebungstemperatur im Winter unter 12 Grad Celsius liegen
sollte.
Das Düngen der Pflanzen ist nur in der Wachstumsphase von
März bis Mai mit sparsamer Gabe von flüssigem Gründünger oder
Rhododendrondünger erforderlich. In dieser Zeit lassen sich auch
unpassende Neutriebe leicht entfernen, wobei der eventuell kräftigere
Rückschnitt erst nach der Blüte erfolgt.
Die Vermehrung mittels während der Ruhephase der Pflanze
geschnittener Stecklinge, ist die gängigste Variante, aber infolge
einer komplizierten optimalen Zusammensetzung des Anwachssubstrates
nicht einfach.
Ein Tipp zur Bekämpfung von Blatt- oder Schildläusen: Die
Neutriebe und vor allem Blattunterseiten mit einer Mischung aus 5 Liter
Wasser, einer Flasche Brennspiritus und einem Schwapp flüssiger Seife
behandeln. Es empfiehlt sich, danach die Schädlingsreste vorsichtig zu
entfernen, da die Blätter recht negativ auf diese reagieren können.
Eine Empfehlung für bestimmte Sorten erübrigt sich. Bei der
Auswahl besteht immer die Möglichkeit, aus unzähligen rotgetönten,
weißen, pinkfarbenen und neuerdings auch gelbgetönten Exemplaren zu
wählen. Einfache-, halb- oder ganzgefüllte Blüten in vielen Größen und
Formen machen die Wahl zur Qual. Umso größer dann die Freude, wenn die
Kamelie im heimischen Garten oder auf der Terrasse ihre volle Pracht
entfaltet.