Clematis, auch Waldreben genannte, gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse und verfügen über eine Vielfalt von 300 verschiedenen Arten. Zudem ranken sie wunderschön am Mauern, Pergolen, Carports oder auch Bäumen empor. Kein wunder also, dass sie in deutschen Gärten so beliebt sind.
Doch wie pflegt man seine Clematis eigentlich richtig und worauf sollte man achten? Wichtig ist zunächst, dass zwischen verschiedenen Clematissorten unterschieden wird, die jeweils anders zu schneiden und zu pflegen sind.
Frühblühende Clematis
Mit Frühblühenden Clematis werde die Pflanzen bezeichnet, die im Frühling, vorwiegend im Mai, blühen. Sie dürfen auf keinen Fall im Frühjahr geschnitten werden, da sonst die bereits ausgebildeten Knospen entfernt würden, somit wäre eine Blüte der Pflanze im Frühling nicht möglich. Die Frühblühenden Clematissorten wie beispielsweise Clematis montana oder Clematis alpina werden erst nach der Blüte, das heißt, ungefähr im Juni geschnitten.
Allerdings ist das Schneiden dieser Clematis nicht notwendig. Nur wenn es aus Platzgründen heraus notwendig wird, sollte der Schnitt unmittelbar nach der Blüte durchgeführt werden. Auch ein Radikalschnitt ist dann möglich. Dies bedeutet, dass die Pflanze vorzugsweise im November circa zehn bis fünfzehn Zentimeter oberhalb des Bodens gekappt wird. Was zunächst etwas unschön aussieht, führt im darauf folgenden Jahr zu vielen starken neuen Trieben.
Spätblühende Clematis
Clematis, wie beispielsweise Clematis jackmanii oder Clematis Hagley Hybrid blühen im Sommer und werden deshalb zu den Spätblühenden Clematis gezählt. Hier ist zu beachten, dass die Pflanze schon im Frühjahr geschnitten werden kann. Sie werden sehr zeitig, am besten schon im März, stark zurück geschnitten, sodass die Pflanze nur noch etwa einen halben Meter hoch ist. Auch nach der Blüte kann man die Clematis schneiden, allerdings dienen die Trieben als Frostschutz im Winter, deshalb ist hier Vorsicht geboten.
Öfterblühende Clematis
Clematis, die mehrmals im Jahr blühen, werden auch als öfterblühende Clematis bezeichnet; sie sind meistens großblumige Clematis-Hybriden. Sie blühen 3 im Frühling, wo sich die Blüten an Trieben befinden, die sich aus älterem Holz entwickelt haben, und einmal im Sommer.
Im Sommer, vorwiegend im August, sitzen die Blüten dann an den diesjährigen Trieben. Öfterblühende Clematis, wie beispielsweise die Beauty of Worchester oder Lawsoniana, werden nicht geschnitten; es werden lediglich nach der ersten Blüte alle alten Fruchtstände entfernt, sodass neue Blüten gefördert werden und die zweite Blüte gut gelingt. Zudem kann ein Auslichtungsschnitt dafür sorgen, dass die Blüten bei der ersten und zweiten Blüte gleichmäßig verteilt sind.
Es ist aber auch möglich im Winter, vorwiegend im Dezember, die Triebe leicht zurück zu schneiden. Doch sollte man hier Vorsicht walten lassen, denn wenn öfterblühende Clematis zu stark geschnitten werden, ist es wahrscheinlich, dass sie im Frühling nicht blühen. Zusätzlich sollten im Frühjahr die erfrorenen Triebe entfernt werden. Es empfiehlt sich, die Pflanze alle fünf Jahre im Juni radikal zurück zu schneiden.