In der Gruppe der immergrünen Koniferen nimmt die Eibe (taxus baccata) wegen ihres geringen Vorkommens in der freien Natur eine besondere Stellung ein. Junge Eiben werden durch Wildverbiss häufiger geschädigt als andere Nadelhölzer. Wächst die Pflanze aber unbeschadet zu einem Baum/Strauch heran, wird sie zu einem attraktiven Blickpunkt im Baumbestand einer Landschaft.
Die Eibe wächst praktisch auf jedem Standort, im prallen Sonnenlicht, wie im vollen, tiefen Schatten. Das Wachstum einer Eibe ist durchschnittlich, bis man beginnt sie zu beschneiden und zu stutzen, dann wächst sie verlangsamt, aber dicht und erreicht ein hohes Alter. Das elastische, dauerhafte und harte Holz der Eibe wurde von jeher in der Holzverarbeitung hoch geschätzt, besonders für Sportartikel wie Langböden, Armbrüste und für Waffen (Gewehrkolben) und Waffenteile.
Für Gärten und Hecken wurden spezielle Arten gezüchtet, die sich gut stutzen lassen. Die größten und ältesten Eibenbäume und –Sträucher findet man in Großbritannien, wo sie in keltischer Zeit vermehrt gepflanzt und als Kultpflanze verehrt wurden. Als Standort schätzen sie einen guten, nährstoffreichen, kalkhaltigen, wasserdurchlässigen Boden. Mit ausreichender Wässerung wachsen Eibenhecken schnell zu einem guten Sichtschutz mit beachtlicher Höhe heran.
Nach einem Verjüngungsschnitt treiben sie auch aus dem alten Holz wieder aus und werden daher sehr dicht und buschig. Durch Formschnitt kann eine Eibe in jeder beliebigen Höhe gehalten werden. Als Solitärpflanze ist eine Säuleneibe sehr beliebt und interessant. Durch einen Stutzschnitt oder durch gezieltes Auslichten kann man den Baum/Strauch in die gewünschte Wuchsform bringen. Unterstützt kann das Formbild durch ein Drahtmodel werden, die man über die Jungpflanze setzt und dann die Triebe, die über die Form wachsen, abschneidet. Wenn die Eibe verkahlt, kann man sie durch einen radikalen Verjüngungsschnitt zurückschneiden und sogar auf den Stock setzen. Das Gehölz wird wieder austreiben und kann dann in die gewünschte Form, durch jahrelanges ständiges Trimmen, gebracht werden.
Geschnitten und gestutzt sollte am besten im Frühling werden, kurz bevor der Austrieb stattfindet. Die Eibe verträgt es aber auch durchaus ohne Schaden, während der übrigen Jahreszeit und Wachstumsperiode geschnitten zu werden. Da in der Eibenhecke Vögel gerne nisten und ihre Brut heranziehen, sollten sie sich vor einem Schnitt vergewissern, dass sie einen Vogel bei seinem Brutgeschäft nicht stören oder gar verletzen.
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