Die roten, entfernt an Erdbeeren erinnernden
Früchte haben den
Arbutus-Arten sowohl im deutsch- als auch englischsprachigen
Verbreitungsraum ihren Populärnamen eingebracht. Was diesen Gehölzen -
die übrigens zur Gattung Ericaceae (Heidegewächse) zählen - für die
Nutzung als Zierpflanze seit jeher einen besonderen Reiz verleiht, ist
die Tatsache, dass sie immergrün sind und zudem über kräftiggrünes,
glänzendes Laub verfügen, das einen attraktiven Blickfang darstellt.
Die Blüte setzt übrigens recht spät im Herbst ein und entfaltet sich
heidegewächs-typisch zu hängenden Trauben von glöckchenförmigen rosa
Blüten, denen rasch die Früchte folgen.
Im Handel wird allerdings üblicherweise meist nur Arbutus
unedo angeboten, der bedauerlicherweise in winterkalten Regionen
Deutschlands im Freiland keine reellen Überlebenschancen hat. Wo immer
wieder mit überraschenden Früh- und Spätfrösten - insbesondere auch
Kahlfrösten ohne Schnee - sowie extrem eisigen Winterwinden gerechnet
werden muss, lässt sich diese Pflanze ausschließlich als Kübelpflanze
mit Überwinterung in einem Kalthaus oder Wintergarten verwenden.
Anders in wintermilden Gebieten: auf den Britischen Inseln
beispielsweise lässt sich dieser Strauch gut auspflanzen. Da Arbutus
unedo aber sehr langsam wächst und zudem meist nicht über Wuchshöhen
von etwa 2,5 Meter hinauskommt, lässt er sich ohne Probleme lange in
großen Pflanzkübeln halten.
Weniger bekannt ist Arbutus menziesii, der beispielsweise in
British Columbia (Kanada) weit verbreitet ist und sich bis zu einem
breitkronigen kleinen Baum von etwa 10-15 Meter Höhe auswachsen kann.
Er erhält einen zusätzlichen Schmuckwert durch die auffallend hell- bis
purpurrot ausfärbende Borke. In seiner Heimat gilt diese Art des
Erdbeerbaums als problemloser "Selbstvermehrer" durch Aussaat, da die
Früchte bei Vögeln begehrt sind, massenweise verschleppt werden und
überall Keimlinge entstehen lassen.
Da man die Pflanze in Deutschland aber kaum zu kaufen erhält,
ist man gegebenenfalls auf eigene Aussaatversuche angewiesen, die aber
viel Geduld erfordern. Zudem darf man sich durch die Heimat Kanada
nicht täuschen lassen: das eher milde Meeresklima in British Columbia
beschert den Bäumen andere winterliche Bedingungen, als etwa in
deutschen Mittelgebirgen, wo immer wieder tiefgehend zufrierende Böden
im Verein mit extrem austrocknenden Winden insbesondere jungen
Immergrünen das Überleben erschweren. Übrigens sollen die Früchte der
"Pacific Madrone" (so der kanadische Name von A. menziesii) von den
Indianern auf vielerlei Art genutzt worden sein.
Schließlich ist gelegentlich Arbutus andrachne (od.
andrachnoides) im Handel - der so genannte Griechische Erdbeerbaum
entwickelt einen ähnlichen Habitus wie A. menziesii und dessen rote
Borke, bleibt aber mit Endhöhen von meist um 4,5 Meter deutlich
kleiner. Leider ist auch er in kalten Regionen im Freiland nicht
einsetzbar.