Der Essigbaum - botanisch Rhus typhina - war und
ist als pflegeleichte
sowie preisgünstig zu erwerbende Schau-Pflanze auch für
Hobbygärtner mit wenig Erfahrung stets beliebt. Sein oft
verwendeter Populärname Hirschkolben-Sumach verweist dabei auf
eine ausschließliche Eigenschaft der weiblichen Pflanze, deren
spektakuläre Blüten- und Fruchtstände wohl optisch mit
dem Rotwild in Verbindung gebracht werden können.
Die Pflanze zählt zur Familie der Anacardiaceae -
Sumachgewächse - die einige hochgiftige und durch reine
Berührung mit bloßer Hand schwerste Hautreizungen
hervorrufende Spezies beinhaltet.
Demgegenüber ist der Essigbaum aber harmlos und besticht
zudem im
Herbst mit einer tief orangefarbenen bis spektakulär
scharlachroten Herbstfärbung - wenn nicht vorzeitig
hereinbrechende Frühfröste das Laub allzu schnell absterben
lassen.
Die erwähnten Blüten- und Fruchtstände bleiben bis zum
Frühsommer des kommenden Jahres stehen und färben sich in
einem dunklen Purpurton, der diesem Baum ein exquisites
Erscheinungsbild verleiht. Da er botanisch den
Großsträuchern bzw. kleinen Bäumen (also unter 10
Meter Höhe bleibend) zugeordnet wird, ist die Verlockung
groß, ihn tatsächlich auch für
flächenmäßig begrenzte Vor- oder Reihenhausgärten
einzusetzen.
Bedauerlicherweise entwickelt diese Pflanze aber eine
ausufernde
Neigung zur Entwicklung sogenannter Wurzelbrut - also von
Wurzelausläufern - die sich im Laufe der Jahre zu einer stetigen
Plage entwickeln können und ständig mit konsequentem
Ausgraben bekämpft werden müssen, damit sich nicht ganze
Kolonien von Essigbäumen bilden, die ihr vegetatives Vermehrungs-
Unwesen laufend weiter betreiben und mit der Zeit die gesamte
verfügbare Fläche für sich erobern.
Leider wandern die Ausläufer sogar durch umgrenzende Mauer-
oder
Randsteinumfassungen und können im Extremfall auch durch
augenscheinlich zunächst recht weit entfernte Pflasterflächen
brechen. Man sollte also vor der Entscheidung zum Einsatz eines
Essigbaumes in jedem Fall darüber nachdenken, ob genügend
Zeit für die nachfolgende Beobachtung und Bekämpfung der
Wurzelbrutentwicklung vorhanden ist.
Ansonsten kann der kostengünstige Kauf eines Essigbaumes nur
wegen
seiner Robustheit und Unempfindlichkeit leicht zu einem
gartenpflegerischen Bumerang werden, den man später heftig bereut.
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