Der Feigenkaktus (Opuntia ficus-indca) ist wie alle Kakteen auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet. Erste Exemplare dieser Art wurden jedoch bald nach der Entdeckung des neuen Erdteils nach Europa gebracht. Rund um das Mittelmeer fanden sie gute Wachstumsbedingungen und begannen sich auszubreiten. Heute sind sie im gesamten mediterranen Raum heimisch, in einigen Regionen werden sie als invasiv betrachtet und bekämpft.
Unter guten Wachstumsbedingungen kann der Feigenkaktus recht groß werden. Seine spatelförmigen Glieder erreichen 50 cm Länge, die im Alter baumartig wachsende Pflanze wird bis 5 m hoch. Die Blüten sind gelb bis rötlich und haben einen Durchmesser bis zu 10 cm. Die Früchte (von denen der Kaktus seinen deutschen Namen hat) sind gelb-rot und mit einem wohlschmeckenden Fruchtfleisch, in dem die Samen eingebettet sind, gefüllt. Der Feigenkaktus hat keine langen Stacheln, sondern so genannte Glochiden. Das sind kleine Nester mit sehr kurzen, hauchdünnen Stacheln mit Widerhaken, die bei Berührung abbrechen und in der Haut stecken bleiben.
Die Pflege von Feigenkakteen in unseren Breiten gestaltet sich auf Grund des Wärme- und Lichtbedarfs dieser Pflanzen nicht ganz einfach.
Der Standort sollte im Sommer möglichst vollsonnig und warm sein. Ein Süd- oder Südwest-Fenster ist Mindest-Voraussetzung, besser ist jedoch ein Platz im Freien, wobei ein Regenschutz ratsam ist. Wie alle Kakteen sind Opuntien empfindlich gegen Staunässe. Das Substrat muss sandig, locker und wasserdurchlässig sein, geringe Laub- oder Torfanteile müssen allerdings vorhanden sein. Während der Wachstumsperiode von Mai bis September ist der Nährstoffbedarf recht groß, es sollte regelmäßig (einmal pro Woche, bei großer Hitze zweimal) gegossen und einmal im Monat mit einem stickstoffarmen Dünger gedüngt werden. Feigenkakteen entwickeln ein ausgedehntes Netz aus oberflächennahen Wurzeln, das Pflanzgefäß kann also eher eine Nummer größer gewählt werden.
Ende September, wenn die Nächte kühler werden, sind die Wassergaben systematisch zu reduzieren. Sobald die Temperaturen unter 10 °C fallen, müssen die Pflanzen an ihren Winterstandort geräumt werden. Dort sollten sie bei 10- 15 °C und völlig trocken überwintert werden. Der Kaktus reduziert in dieser Zeit seinen Zellinnendruck, so dass die Glieder schlaff werden und sich die Pflanze komplett niederlegt.
Sobald die Temperaturen über 20 °C steigen, geht dieser Prozess umgekehrt vonstatten. Bei Überwinterung im Zimmer muss die Pflanze auch in dieser Zeit in geringen Mengen gegossen werden.
Optimale Bedingungen für einen Feigenkaktus herrschen in einem beheizten Gewächshaus, wo er sommers wie winters passende Licht- und Temperaturverhältnisse vorfindet. Durch die verkürzte Wachstumsperiode erreichen die Glieder einer Opuntie in Mitteleuropa höchstens die Hälfte ihrer Größe. Auch die Pflanze als Ganzes wird selten größer als einen Meter.
In Mittelamerika und in einigen Mittelmeerländern wird der Feigenkaktus als Nutzpflanze angebaut. Aus den Früchten wird eine Konfitüre hergestellt, das Fleisch der Glieder dient als Gemüse.