Die seit langem sehr beliebten Fuchsien mit ihren aparten Blüten und ihren verschiedenen Wuchsformen werden in unseren Breiten zumeist als Zimmerpflanze gezogen. Dies liegt an der Frostempfindlichkeit der zu den Halbsträuchern zählenden Pflanzen. Im nördlichen Mittelmeerraum, an der europäischen Atlantikküste und im südlichen England wachsen beneidenswert große Fuchsienbüsche im Freien; dies ist in Deutschland auch bei den mäßig winterharten Varianten nur in geschützten Lagen und mit zusätzlichem Frostschutz im Winter möglich.
Für die Fuchsie als Zimmer- oder Kübelpflanze bieten sich zwei Möglichkeiten der sicheren Überwinterung. Wer Fuchsien nicht sehr hell, warm und feucht überwintern kann, so dass die Pflanze ganzjährig ihr Laub behält und nur ihr Wachstum im Winter ruhen lässt, wird sich für die kühle, dunkle Variante entscheiden müssen. Das warme Überwintern ist praktisch nur im Gewächshaus möglich, versucht werden kann auch ein Blumenfenster mit Ost- oder Westausrichtung und zusätzlicher spezieller Pflanzenlampe. Direkte Sonneneinstrahlung auf die Erde im Pflanzgefäß (Gefahr der Austrocknung!) ist wie auch in der Wachstumsphase zu vermeiden, Staunässe bedeutet für Fuchsien ebenfalls großen Stress, wohingegen ein gleichmäßig feuchter Wurzelballen auch im Winter die Voraussetzung für den Erfolg im Umgang mit Fuchsien darstellt.
Für die dunkel-kühle Überwinterung beendet man bereits im Spätsommer das regelmäßige Düngen und wartet auf den im Herbst einsetzenden Laubabwurf der Fuchsien. Eine Stickstoffdüngergabe fördert das Pflanzenwachstum in der nächsten Saison. Ende September (Jungpflanzen) bzw. Anfang Oktober (ältere, kräftigere Exemplare) werden dann alle eventuell noch vorhandenen Laub- und Blütenreste entfernt, wobei die Keimanlagen für das kommende Jahr nicht beschädigt werden dürfen, und lange Triebe werden etwas eingekürzt. Die Pflanzen sollten so lange wie möglich im Freien verbleiben; die Schnittwunden müssen unbedingt geschlossen sein, wenn die Fuchsien ins Winterquartier überführt werden. Dies ist frühestens eine Woche nach dem Rückschnitt anzunehmen; jede weitere Woche an der frischen Luft reduziert den Stress für die Pflanzen und fördert eine erfolgreiche Überwinterung.
Diese sollte frostfrei bei kühlen Temperaturen erfolgen; fünf bis zehn Grad Celsius sind angemessen, wobei die niedrigeren Werte günstiger sind. Kurzfristiges Absinken auf bis zu minus zwei oder drei Grad wird in der Regel vertragen (wobei die blau-weiß blühenden Fuchsien empfindlicher sind). Während der gesamten Überwinterungsperiode sollte regelmäßig auf den Befall mit Grauschimmel kontrolliert werden, der auf einen zu feuchten Standort schließen lässt. Befallene Triebe müssen unbedingt entfernt und die Pflanzen luftiger gestellt werden, was meist durch einen größeren Abstand zwischen den Töpfen oder Kübeln sowie ein ggf. nachträgliches Freilegen der Belüftungslöcher der Pflanzgefäße erzielt werden kann.
Im März werden die Fuchsien aus ihrer Winterruhe geweckt. Vor dem Frühjahrsaustrieb ist der richtige Augenblick für einen kräftigen Rückschnitt, wobei Schnitte in die verholzten Pflanzenteile nur schlecht vertragen werden. Solange die Gefahr von Nachtfrösten besteht, ist auch ein Schutz der Pflanzen notwendig. Die sichtbaren Pflanzteile können hierzu mit einer speziellen Folie oder Decke aus Naturfasern (beispielsweise) Jute kurzfristig geschützt werden. Der Wurzelballen darf auch bei den frostharten Fuchsien keinesfalls durchfrieren und sollte entsprechend vor zu großer oder andauernder Kälte bewahrt werden.