Wer seine Geranien an einem hellen und kühlen Ort
überwintern lassen konnte, sollte die Chance nutzen, sie noch
zum einsetzenden Frühjahr zurück zu schneiden. Dabei
ist es wichtig, nicht nur das alte Laub gründlich wegzuputzen,
sondern auch die neuen hellen Triebe zurück zu schneiden. Es
ist vollkommen ausreichend, an jedem Stängel ungefähr
zwei bis drei sogenannte Augen stehen zu lassen, das sollte zum
erneuten Austreiben genügen. Bei dieser Gelegenheit sollten
die Geranien auch gleich in frische Erde umgetopft werden, da die alte
nun verbraucht und nicht mehr nährstoffhaltig genug ist.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Geranien ins warme
Wohnzimmer zu holen (alternativ: in den beheizten Wintergarten), um sie
antreiben zu lassen. Die neuen Triebe werden abgeschnitten,
können aber als Stecklinge verwendet werden. Diese kommen
später zu dritt in einen Topf.
Wer seine Geranien schon vor dem Überwintern
zurückschneiden will, wählt dafür den
September bzw. Oktober. Dies hält die Pflanze kleiner,
führt aber auch zu einer reicheren Verzweigung uns so einer
dichteren Optik.
Damit die Geranien nicht ins Kraut schießen, genügt
es über den Sommer zumeist, die Spitzen der neuen Triebe
abzuknipsen. Die Mutterpflanze wird zur Verzweigung angeregt, und die
abgeknipsten Triebe eignen sich hervorragend zum Ziehen von
Stecklingen. Diese werden zum Wurzeln einfach zu dritt in einen Topf
mit ca. zwölf Zentimetern Durchmesser gesetzt, angegossen und
mit einer durchsichtigen Plastiktüte versehen. So sollte das
Wurzelntreiben auch ohne Bewurzelungshilfe funktionieren.
Egal welcher Zeitpunkt für den Rückschnitt
gewählt wird, das Verfahren ist immer gleich.
Zunächst gilt es, die sogenannten Augen bzw. Blattachsen zu
suchen, die am Stängel entlang verteilt sind. Es werden nur
zwei oder drei Augen stehen gelassen, alles darüber kann
zurückgeschnitten werden. Aus den nun noch vorhandenen
Blattachsen treibt die Geranie erneut aus, wenn sie warm gestellt wird.
Zeichnen sich zu viele neue Triebe ab, kann die Pflanze auch pinziert
werden, sprich: einige der neuen Triebspitzen werden abgeschnitten.
Dies sorgt für die vermehrte Bildung von Seitentrieben, die
Pflanze wird buschiger, kompakter und einfach schöner. Auch
fördert es die Bildung neuer Blütenknospen. Aber
Achtung! Manche Geranienarten benötigen eine bis zu
sechs-wöchige Kühlphase, um überhaupt
Blüten ansetzen zu können.
Abhängig von der Geraniensorte funktioniert hier folgender
Trick: Die Geranien werden nach dem Rückschnitt im -
unbeheizten - Wintergarten gelassen und nicht zum Austreiben ins warme
Wohnzimmer geholt. Durch die Sonne werden sie trotzdem treiben, wenn
auch langsamer. Die Kühle garantiert ein späteres
Blühen.
Sortenwie Pelargoniom peltatum oder Pelargonium zonale hingegen
können auf eine Kühlphase verzichten. Sie
können sofort nach dem Rückschnitt Temperaturen von
fünfzehn bis zweiundzwanzig Grad ausgesetzt werden.
Und noch ein Tipp: Selbst wenn es so scheint, als hätten die
Geranien das Winterquartier nicht überlebt (beim
Rückschnitt zeigen sie trockene, innen schwarze
Stängel), ist es trotzdem wahrscheinlich, dass sie aus der
alten Wurzel erneut austreiben. In diesem Falle ist das gesamte alte
Holz abzuschneiden und die Wurzel in neue Erde einzubringen.