Giersch (Aegopodium podagraria) ist auch unter dem Namen
Dreiblatt oder Geißfuß bekannt. Den in ganz Europa
in Gärten und Parks heimischen Doldenblütler erkennt
man an der einzigen weiß blühenden Dolde und dem im
Querschnitt dreieckigen Stängel. Er ist vom Aussehen her
leicht mit dem giftigen Schierling und dem Riesen-Bärenklau zu
verwechseln.
Giersch ist ein Wildgemüse, das bereits seit
Jahrtausenden als Gemüse und Heilpflanze bekannt ist.
Gierschsamen wurden schon in Gräbern von Neandertalern
gefunden. Schriftliche Überlieferungen belegen, dass Giersch
im Mittelalter von Mönchen als Gemüse und Heilpflanze
geschätzt und angebaut wurde. Und auch den römischen
Soldaten diente er als vitaminreiche Nahrung. In unseren Breiten galt
Giersch lange als das Gemüse der armen Leute, da er
überall wächst. Der Pflanze werden
gesundheitsfördernde Eigenschaften bei Rheuma, Arthritis und
Gicht zugeschrieben. Giersch-Tinktur wird noch heute in der
Homöopathie angewendet.
Giersch ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch sehr
gesund. Er enthält reichlich Vitamin C, Provitamin A, Kalium,
Magnesium und Eisen sowie verschiedene ätherische Öle.
Er wirkt entzündungshemmend, krampflösend,
entgiftend, blutreinigend und harntreibend. Giersch erkennt man am
roten Stängelgrund und dem möhren- oder
petersilienartigen Geruch, wenn man den Stängel zwischen den
Fingern zerreibt. Die getrockneten Blätter können
auch anstatt Petersilie verwendet werden.
Giersch kann man als Tee-Aufguss oder frisch als Salat, in
Suppen, Aufläufen und als Gemüse, ähnlich
Spinat, zubereiten. Weitere Möglichkeiten für die
Verwendung in der Küche als Würzkraut sind
Kräuterbutter oder Kräuterquark, sogar im
Kräuterlikör ist Giersch wohlschmeckend.
Giersch lässt sich auch für Umschläge
nutzen, die auf die durch Gicht oder Rheuma entzündeten
Körperstellen aufgelegt werden. Das zwischen den Fingern
zerriebene Kraut auf Insektenstichen vermindert den Juckreiz.
Zum Anbau der anspruchslosen Pflanze werden einfach Samen oder
Wurzelstücke in die Erde gesteckt. Die Rhizom bildenden
Wurzeln verbreiten sich innerhalb kurzer Zeit über
große Flächen. Ernten kann man die Pflanze zwischen
April und August.
Bei vielen Gärtnern ist Giersch als hartnäckiges und
nicht auszurottendes Unkraut gefürchtet. Die Pflanze
verbreitet sich mit seinen Wurzelausläufern in alle Richtungen
und vermehrt sich zusätzlich durch Samenbildung. Die Samen
bleiben im Boden jahrelang keimfähig. Geraten Samen in den
Kompost, werden sie später mit der Humuserde im gesamten
Garten verteilt.
Gegen die Verbreitung des Gierschs im Garten hilft nur
regelmäßiges Jäten. Eine weitere
Möglichkeit ist die Bepflanzung des Gartenbodens mit
Bodendeckenden Pflanzen. Diese Pflanzen nehmen dem Giersch das Licht,
so dass kein Wachstum erfolgen kann. Aber die Samen bleiben im Erdreich
weiter keimfähig und treiben bei den ersten einfallenden
Sonnenstrahlen wieder aus.
Sie
können mehr Wissen zu diesem Thema beitragen? Wir freuen uns
auf Ihre Tipps: