Der Hippeastrum, der in unseren Breiten als Amaryllis oder Ritterstern bekannt ist, ist ein Zwiebelgewächs das ursprünglich aus Südamerika kommt. Hier kennen wir bis heute ungefähr 80 verschiedene Arten. Unsere in Europa bekannten Zierpflanzen sind überwiegend Hybriden, also eine Kreuzung zwischen verschiedenen Arten oder Unterarten. Diese sehr dekorative Zimmerpflanze hat dunkelgrüne, riemenförmige Blätter und große trichterförmige Blüten. Die Farben dieser herrlichen Blütenpracht reichen von weiß über rosa bis dunkelrot und können sogar zweifarbig sein.
Beim Kauf sollte besonders auf einwandfreie, unbeschädigte und feste Zwiebeln geachtet werden. Diese können ab Ende Dezember zum Austreiben in einen Topf gesetzt werden. Dabei sollte der Blumentopf keinesfalls zu klein sein. Nun sollte auf dem Topfboden zunächst eine Schicht Tonscherben als Dränage eingefüllt werden.
Ihr folgen nun etwa 2 cm frische Erde. Anschließend wird die Zwiebel vorsichtig darauf gelegt und der Topf nun ganz mit Erde aufgefüllt. Letztendlich sollte die Blumenzwiebel zu 2/3 mit Erde bedeckt sein. Nun wird die Hippeastrum-Zwiebel angegossen und an einen warmen Ort gestellt. Eine Temperatur von etwa 20°C ist für die Pflanze angenehm.
Als erstes treibt nun der Stängel mit der prachtvollen Blüte aus. In der Regel bildet die Pflanze zwei, drei oder vier Blütenstände. Nachdem diese abgeblüht sind wachsen die Blätter. Der Blütenstängel kann nach dem Abblühen tief abgeschnitten werden. In dieser Zeit kann sie auch im Freien an einem halbschattigen bis schattigen Ort platziert werden. Währen der wachstums- und Blühphase erreicht die Amaryllis eine Höhe von etwa 60 cm.
Zum Ende des Sommers sollte die Blumenzwiebel im Topf deutlich größer geworden sein als beim Einsetzen. Nun folgt unbedingt bis Dezember eine Ruhezeit. Danach wird die Zwiebel herausgenommen und erneut in einen Topf mit frischer Erde eingesetzt um sie wieder austreiben zu lassen.
Die Amaryllis braucht sehr viel Licht, allerdings keine volle Sonne. Während der Ruhephase ab September, sollte die Zwiebel bei zirka 16°C sowohl dunkel als auch trocken aufbewahrt werden. Nun kann sie ihre Blätter „einziehen“, sie sollten keinesfalls zurückgeschnitten werden! Wenn dann nach einiger Zeit ein neuer Blütenschaft erscheint, kann die Pflanze allmählich wieder mehr gegossen werden.
Diese herrlich exotische Pflanze liebt besonders humose, mittelschwere Erde. Sie ist allerdings auch gut zur Hydrokultur geeignet. Nach der Blütezeit kann alle 2 Wochen 0,2%g gedüngt werden, allerdings nur bis Ende August. In der Ruhephase sind die Düngergaben gänzlich einzustellen.
Wer die Amaryllis vermehren möchte, kann dies mit Hilfe von Brutzwiebeln tun. Wenn die Tochterzwiebeln kräftig genug sind und ein eigenes braunes Häutchen gebildet haben, können sie abgetrennt und separat eingepflanzt werden. Diese sind in der Regel nach zwei bis drei Jahren auch blühfähig.
Die Vermehrung wird ebenfalls über Samen erreicht. Da die meisten Pflanzen aber selbststeril sind, werden grundsätzlich mehrere Pflanzen benötigt. Die Samen sollten anschließend sofort bei einer Bodentemperatur von etwa 24°C ausgesät werden. Nun werden die Sämlinge zwei bis drei Jahre ohne jegliche Ruhepause durchkultiviert.
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