Die Kletterpflanze Jiaogulan heißt eigentlich „Gynostemma pentaphyllum“ und gehört zu den Kürbisgewächsen. Das schlanke und zugleich krautige Gewächs ist behaart und kann mit enormem Wachstum bis zu acht Metern Höhe erreichen. Jiaogulan ist winterfest bis knapp 20 °C und liebt nicht nur Feuchtigkeit, sondern richtige Nässe. Sie gedeiht auch wunderbar im Schatten. Mehr noch: Auf Sonne reagiert sie teilweise mit einem Stopp ihres Wachstums. Es bietet sich also an, sie zumindest erstmal in einen Kübel zu pflanzen, um herauszufinden, an welchem Ort sie sich am wohlsten fühlt und dieses Wohlgefühl durch reges Wachstum quittiert. Jiaogulan ist überwiegend als Dauerpflanze erhältlich; in Einzelfällen auch als einjährige Pflanze.
Bei der Jiaogulan handelt es sich um eine zweigeschlechtliche, blühende Pflanze mit sehr anschaulichem Blattwerk. Die Blätter gliedern sich in fünf bis sieben grob fächerartig zusammen gefasste Einzelblätter mit jeweils gesägten Rändern und feiner Behaarung. Diese Pflanze rankt gegabelt an fast allem was erreichbar ist. Die Blütenstände erreichen eine herab hängende Länge von bis zu 30 Zentimetern und halten dreieckige Kelchabschnitte als Blüten, die einen halben bis zwei Zentimeter Länge erreichen. Die heran wachsenden Früchte sind grüne Beeren, die einen halben bis knappen Zentimeter Größe erreichen und sich farblich von Hellgrün über Grün und Dunkelgrün bis fast Schwarz verfärben.
Ursprünglich ist die Jiaogulan in Japan, Korea, China, Taiwan, Indien, Malesien und Thailand beheimatet. Aufgrund diverser gesundheitlich an sich sehr positiv einzustufender Eigenschaften, die dieser Pflanze nicht nur im China nachgesagt werden, ist Jiaogulan inzwischen ebenso im Europäischen Raum immer öfter anzutreffen. Allerdings meist nicht in der so genannten ersten Generation, die einzig über all die Wunderwirkungen verfügen soll. Um in den Genuss all der Wirkungen zu kommen, kocht man sich aus den Blättern Tee oder kaut auf ihnen herum. Insbesondere in China wird darauf geschworen, dass die Jiaogulan über eine noch bessere Wirkung als klassischer Ginseng verfügt, dem entsprechend Tee daraus zubereitet und die Pflanze „Kraut der Unsterblichkeit“ genannt.
Ob man jedoch tatsächlich darauf vertrauen möchte, dass die Blätter dieser Pflanze alle bekannte und üblicherweise als heilbar durch fremdartige Pflanzen bezeichneten Krankheiten, wie zum Beispiel Herz- und Krebs-Erkrankungen, bekämpfen oder zumindest lindern können, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass es sich um eine sehr schöne und recht robuste Pflanze handelt. Und wer sich darauf beschränken kann, sich einfach an ihrer Schönheit und reichlichem Wachstum zu erfreuen, der wird sicher nicht enttäuscht. Denn das klappt, vermutlich im Gegensatz zu der einen oder anderen, Jiaogulan nachgesagte Wunderwirkung, ganz sicher.
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