Ursprünglich stammte die Kannenpflanze (Nepenthes) aus verschiedenen Feuchtgebieten Asiens und Australiens. Sie ist z.B. auch auf der viertgrößten Insel der Welt Madagaskar beheimatet. Insgesamt gibt es ca. 100 verschiedene Arten der Kannenpflanze (Gattung der „Nepenthaceae“). Im Laufe der Evolution hat sie ihre Blätter zu Fallen „umgebaut“ – und mit denen geht sie regelmäßig auf Insektenjagt. Damit gehört das staudenartige Gewächs zu den Fleischfressenden Pflanzen. Um sich richtig Wohlfühlen zu können, benötigt sie neben den Insekten eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 20 Grad Celsius.
Tipp: die Kannenpflanze sollte regelmäßig mit kalkfreiem und nicht zu kaltem Wasser besprüht werden – so wird die Luftfeuchtigkeit etwas erhöht. Außerdem sollte sie an einen hellen Platz gestellt werden – die Kannenpflanze (auch Kannenstrauch genannt) verträgt allerdings keine direkte Sonne über längere Zeiten. Übrigens - auch in Sachen Gießwasser ist das ausgefallene Gewächs eher wählerisch: sie bevorzugt hier ebenfalls kalkfreies Wasser. Viele der lebenswichtigen Nährstoffe bezieht die Pflanze von den Insekten, die sie mit dem Einsatz ihrer Kannen gefangen hat.
Für Insekten absolut gefährlich
Obwohl die Kannenfallen bei der Insektenjagt absolut passiv bleiben, ist die Pflanze damit sehr erfolgreich. Als Unterstützung produzieren die länglich geformten Fallen einen süßen und stark duftenden Nektar, der die Insekten scharenweise anlockt. Der Rand der Kannen ist zusätzlich mit einer wachsähnlichen Flüssigkeit benetzt – auf dieser rutschen die Insekten aus und fallen oft direkt in das Innere der Kannen. Und damit sie nicht flüchten können, sind die Innenseiten auch noch mit Härchen ausgestattet – diese sind so fein, dass kein Insekt daran hochklettern kann.
Durch den Verdauungssaft, der sich ebenfalls in den Fallgruben befindet, werden die kleinen Tierchen mit der Zeit aufgelöst und damit „verdaut“. Interessant ist, dass jede Kannenfalle von der Natur mit einem „Deckelchen“ versehen wurde – dieses verhindert u.a., dass zu viele Regentropfen ins Innere gelangen können, um den Verdauungssaft zu verdünnen. Im Handel werden die Kannenpflanzen (fast) ausschließlich in Ampeln (hängend) verkauft. Tipp: sie sollte in einer mäßig feuchten Erde gepflanzt werden (Ballentrockenheit unbedingt vermeiden).
Eindrucksvoll & voller Wunder
Sehr oft wird die Kannenpflanze auch in einer beheizten Pflanzenvitrine gehalten – hier bekommt sie eine regenwaldähnliche Luftfeuchtigkeit und kann so optimal gedeihen. Wenn die Pflanze zu groß für ihr Gefäß wird oder dieses zu stark verwurzelt ist, sollte die Kannenpflanze in einen neuen, größeren Topf umgepflanzt werden. Tipp: dafür unbedingt spezielles Orchideensubstrat benutzen! Die Nepenthes mag es besonders, wenn sie während der Zeit von Frühjahr bis in den Herbst regelmäßig (alle zwei Wochen) gedüngt wird.
Dadurch bekommt die Kannenpflanze alle wichtigen Nährstoffe und braucht nicht unbedingt zusätzlich mit Insekten „gefüttert“ werden. Einige Arten bilden entweder sehr wenig oder gar keine Verdauungsflüssigkeiten – wie z.B. bei der roten Schlauchpflanze („Sarracenia purpurea“) oder den Sumpfkrügen („Heliamphora“). Deren Kannenfallen können bis zu zwei Drittel mit Regenwasser oder kalkfreiem Wasser aufgefüllt werden. Einige dieser Arten locken die Insekten an und ertränken diese nach dem Hineinfallen in deren Brunnenfallen. Tipp: die Kannenpflanze (Nepenthes) selbst bildet genügend eigene Verdauungsflüssigkeit und benötigt dementsprechend keine zusätzliche Wasserzugabe.