Heilpflanze des Jahres – diesen Titel bekam der Echte Lavendel 2008 vom
Theophrastus-Naturheilverein zuerkannt. Seine Nutzung ist vielfältig und
abgesehen vom wilden Echten Lavendel, sind von dieser wohlriechenden Pflanzenart
etwa dreißig Sorten bekannt. Der natürliche Lebensraum dieser Pflanze ist vor
allem das Mittelmeergebiet. Südfrankreich ist der wichtigste Lavendelproduzent.
Aber auch in Nordostafrika, Südwestasien und Indien gibt es Lavendel. Er kommt
hauptsächlich in Höhenlagen vor, in denen eine volle Sonneneinstrahlung gegeben
ist und deren Böden trocken und steinig sind.
Arten, die als Zier- und Kübelpflanzen genutzt werden, sind SCHOPFLAVENDEL
(Lavandula stoechas), FARNBLÄTTRIGER LAVENDEL (Lavandula multifidia), der
auch Oreganolavendel heißt, sowie WOLLIGER LAVENDEL (Lavandula lanata) oder
Silberblatt-Lavendel.
Die wichtigsten Sorten, die als Gartenlavendel Verwendung finden und
gleichzeitig zur industriellen Herstellung von Duftöl angepflanzt werden, sind:
ECHTER LAVENDEL, FEIN (Lavandula angustifolia), auch Englischer Lavendel
genannt,
ECHTER LAVENDEL, EXTRA (Lavandula oficinalis), dessen Öl ein besonders
tiefes Aroma verbreitet. Er wächst in Höhen zwischen 800m bis zu 1800m. Dieser
wilde Berglavendel enthält durch seine Lage besonders viele Inhaltsstoffe. Die
Qualität geht mit der Höhe der Wuchsgebiete einher. Je höher diese liegen, desto
hochwertiger ist der Ertrag.
BREITBLÄTTRIGER LAVENDEL (Lavandula latifolia). Diese Wildart ist als
Gewürz-Lavendel bekannt. Namen wie Speiklavendel oder Spanischer Lavendel sind
ebenfalls üblich. Er kann in Südeuropa auch in flachen Regionen gedeihen.
PROVENCE-LAVENDEL (Lavandula x intermedia) - eine Kreuzung aus Lavandula
angustifolia und Lavandula latifolia. Er trägt den Beinamen Putzlavendel oder
Lavandin. Sein Öl – das Lavandinöl – ist sehr aromatisch und von guter Qualität,
reicht aber nicht an die des Echten Lavendel heran. Seine Verbreitung in
Südfrankreich ist enorm und das kostengünstige Öl ist hierzulande am
bekanntesten.
Eine besondere Sorte ist SÜßER LAVANDEL (Lavandula x heterophylla),
synonym ZIMMERLAVENDEL genannt. Sie gilt als die größte ihrer Art, hat
eine sehr lange Blütezeit und kann sogar Frost vertragen. Die Abstammung wird
auf den Echten Lavendel zurückgeführt, dessen Abkömmlinge die einzigen sind, die
auch in Deutschland den Winter überdauern können, wenn ein entsprechender
Abdeckschutz vorhanden ist.
Eigenständiger Wildwuchs ist hierzulande nicht anzutreffen, es sei denn,
angepflanzter Lavendel sät sich selbst aus. Das kann vorkommen und seine
Verbreitung ist dann wie die eines Unkrauts.
Wenig genutzt wird FRANZÖSISCHER LAVENDEL (Lavandula dentata), der im
gesamten Mittelmeerraum vorkommt, auch Zahnlavendel oder gezähnter Lavendel
genannt wird. Ähnlich wie der Provence-Lavendel, der noch bis in den August
hinein die Landschaft in das typische Violett taucht, blüht er nur im Juni und
Juli.
Zu all diesen in Europa beheimateten Sorten zählt auch der MINUTOLI LAVENDEL,
der auf den Kanarischen Inseln vorkommt.
Nicht nur als Duftöl oder als Heilpflanze, sondern auch als Gewürz – Kräuter der
Provence sind ohne Lavendel nicht denkbar – ist Lavendel sehr beliebt. Und seine
beruhigende Wirkung auf Geist und Seele beginnt schon beim Anblick der blühenden
Lavendelfelder.