Lavendel, der ursprünglich aus dem warmen
Mittelmeerraum stammt, erfreut sich auch in unseren Gärten
einer immer größer werdenden Beliebtheit. Es handelt
sich dabei um eine Pflanzenart aus der Familie der
Lippenblütler. Zwischen zwanzig und dreißig Arten
sind bekannt, von denen der Echte Lavendel, der Französische
Lavendel sowie der Schopflavendel am weit verbreitetsten sind.
Während der Französische Lavendel ein
immergrüner Strauch mit einer Höhe von 20 bis 100
Zentimetern ist, erreicht der Echte Lavendel eine Höhe von ein
bis zwei Metern. Der Schopflavendel, der ebenfalls 30 bis 100
Zentimeter hoch wird, ist buschig und hat als Blüte eine Art
„Schopf“, – daher sein Name. Als Garten-
oder Kübelpflanze beliebt ist der Lavendel wegen seines Duftes
sowie seiner herrlich violetten Farbe.
Der Lavendel ist eine vielseitig einsetzbare Pflanze. So wird er gerne
als Gewürzkraut, Heilpflanze oder aber mithilfe seiner
ätherischen Öle als Badezusatz verwandt. Zwischen
Rosen gepflanzt vertreibt er Ameisen und Läuse. Die in
Säckchen gefüllten getrockneten Blüten
vertreiben in den Kleiderschrank gehängt die lästigen
Motten.
Viele Gartenliebhaber möchten sich einen Hauch Provence
– wo der Lavendel riesige Felder füllt –
in ihren kleinen Garten oder auf den Balkon holen. Ebenso einfach wie
die Haltung ist die Vermehrung des Lavendels. Die beliebte
Mittelmeerpflanze kann entweder durch Aussaat oder aber durch
Stecklinge und Teilung vermehrt werden.
Im März beginnt die Aussaat in Töpfen oder einer
Anzuchtschale im Haus. Etwa sechs bis acht Wochen später, also
Mitte Mai, wenn die Nachtfröste vorüber sind,
können die Anpflanzungen ins Freie gestellt werden. Nun
heißt es pflegen und abwarten.
Für die Vermehrung durch Stecklinge schneidet man am besten
etwa 10 bis 15 cm lange blütenlose, noch nicht verholzte
Triebspitzen ab und entfernt die unteren Blätter. Man setzt
etwa drei bis sechs dieser Stecklinge in einen Topf mit Anzuchterde,
wobei die Blätter über der Erde verbleiben sollten.
Das geschieht am besten im Frühling oder Anfang Sommer.
Der Topf sollte schattig aber warm stehen. Die Erde muss feucht, aber
nicht zu nass gehalten werden, da sonst die schädliche
Staunässe oder gar Schimmel entstehen. Nach etwa acht Wochen
bilden sich Wurzeln. Am besten lässt man den noch jungen
Lavendel im Topf im Haus oder aber an einem geschützten Platz
überwintern, um ihn dann im nächsten oder gar erst
übernächsten Mai, wenn er gut verwurzelt ist, ins
Freiland zu setzen.
Auch eine Vermehrung beim Umtopfen durch Teilung
größerer Lavendelbüsche ist eine ebenso
unproblematische Aktion.