Mit seinen duftend weißen Blütenrispen, die zahlreiche Bienen und
Schmetterlinge anziehen, zählt der Liguster zu den beliebtesten und
pflegeleichtesten Heckenpflanzen. Schnell wachsend und sehr krankheitsresistent,
erreichen die Gewächse je nach Sorte ohne viel Aufwand eine Höhe von drei
Metern, wobei sie einen regelmäßigen Schnitt mit buschigerem Wachstum danken.
Das dichte Blattwerk sorgt für sehr guten Blickschutz. So verlockend die
schwarzen Beeren für Tier und Mensch auch sein mögen, ist große Vorsicht
geboten, denn die ab September reifenden Früchte sind giftig, wie im übrigen
auch die Blätter und das Gehölz.
Die optimale Zeit zum Vermehren des Ligusters ist im Frühjahr oder auch im
Herbst, wenn die Stecklinge keiner hitzigen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind
und der Boden nicht so schnell austrocknet. Dafür werden ca. 15 cm lange,
verholzte Steckhölzer mit einer Gartenschere von der bestehenden Ligusterpflanze
abgeschnitten. Der Schnitt sollte direkt unterhalb einer Blattknospe liegen,
weil sich nur im Bereich der Knospen Wurzeln bilden. Achtung: Bloßes Abbrechen
der Hölzer kann das Kambium zerstören und somit ein gesundes Wachstum
verhindern. Das Kambium ist die sich unmittelbar unter der Rinde befindende
Wachstumsschicht mit den jungen teilungsfähigen Zellen, wo sich später die
Durchbrüche für die Wurzeln bilden.
Nun die unteren Blätter des Stecklings entfernen, die Blätter der Triebspitze
dabei erhalten. Für eine buschigere, kompaktere Entfaltung der Pflanzen können
die Triebspitzen fein pinziert werden, das heißt, den Kopf minimal entfernen.
Anschließend werden die Hölzer bis zu den Blättern in die aufgelockerte
nährstoffreiche Erde gesteckt und fest angedrückt. Bis zur Bewurzelung, ca. 6
bis 8 Wochen, nehmen die Stecklinge Wasser nur über die Spaltöffnungen der
Blätter auf.
Als Pflanzabstand empfiehlt sich 1 bis 2 cm, weil die Stecklinge sich nicht in
die Breite entwickeln, sondern nach oben gegen das Licht wachsen. Regelmäßiges
Gießen und Feuchthalten ist dringend erforderlich, um ein Austrocknen der
Pflanze zu vermeiden, was das Wachstum einschränken würde und das Absterben zur
Folge hätte.
Für eine buschigere, kompaktere Entfaltung der Pflanzen werden nach ca. 8 bis 12
Wochen die Triebspitzen erneut pinziert. Diesen Vorgang nach dem Austreiben
neuer Seitentriebe mehrmals wiederholen, um eine gute Qualität der Pflanzen zu
erreichen.
Wenn die Pflanzen kräftig genug und gut in Form gebracht worden sind, können sie
an ihren endgültigen Standort versetzt werden. Je nach gewünschter Dichte
beträgt der Pflanzabstand 25 bis 30 cm, also 3 - 4 Pflanzen pro Meter.
Ab dem zweiten Jahr kann vorsichtig düngt werden. Im dritten Jahr ist dann
bereits eine niedrige Hecke von ca. 80 cm herangewachsen.