Die feuchtwarmen Regionen der Erde sind das ganze Jahr
über mit üppigem Grün bedeckt. In den
Regenwäldern der südlichen Halbkugel wachsen selbst
Bodenpflanzen zu Dimensionen heran, die man in unseren Breiten kaum
kennt. Vor etwa 200 Jahren haben Weltreisende einige solcher Pflanzen
nach Europa gebracht, wo sie seitdem in botanischen Gärten
gezüchtet werden. Viele dieser beeindruckenden exotischen
Gewächse können auch außerhalb eines
Gewächshauses, als Zierde von Gärten,
Grundstücken und Parks gehalten werden. Zu den Exoten, die im
eigenen Garten gezüchtet werden können,
gehört das Mammutblatt.
Das Mammutblatt (Gunnera manicata) wird in Deutschland und Frankreich
auch Riesenrhabarber genannt. Diesen Namen verdankt die Pflanze
lediglich ihrem Aussehen und der Form ihrer Blätter.
Biologisch besteht jedoch zwischen Mammutblatt und Rhabarber keine
Verwandtschaft. Gunnera manicata bildet direkt über dem Boden,
an dornigen Stielen, riesige raue Blätter. Jedes einzelne
Blatt kann einen Durchmesser von über einem Meter erreichen.
Insgesamt wächst die krautige Pflanze bis zu drei Meter hoch.
Die ursprüngliche Heimat des Mammutblatts sind die
Nebelwälder und die Quellmoore der Serra do Mar (dem
atlantischen Regenwald) im südlichen Brasilien. Auch in
anderen Gebieten der Südhalbkugel kommt das Mammutblatt so
häufig wie Unkraut vor. Die Pflanze gedeiht besonders gut bei
Wärme und an feuchten Standorten. In europäischen
Gärten ist das Mammutblatt eine beeindruckende seltene
Zierpflanze.
Ein Mammutblattpflänzchen sollte eher etwas tiefer gesetzt
werden, als zu flach unter der Erdoberfläche. Zudem ist es
möglich, die Pflanze direkt aus Samen zu züchten. In
unseren Breiten wird die Gunnera manicata oft für
einjährig gehalten, denn ist nicht wirklich winterhart. Falls
sie einen milden Winter überstanden hat, kann sie trotzdem im
nächsten Jahr, wenn keine besonderen Vorkehrungen getroffen
werden, erfrieren.
In der Regel ist ein in Mittel- oder Nordeuropa angepflanztes
Mammutblatt im Winter schutzbedürftig.
Das Mammutblatt kann als Kübelpflanze gehalten werden
und in einem geschützten Bereich überwintern. Bei
Pflanzen, die im Garten eingepflanzt sind, empfiehlt es sich, im Herbst
die Blätter abzuschneiden und den Rest der Pflanze mit Laub,
Stroh oder Mulch zu bedecken. Auch die abgeschnittenen
Mammutblätter selbst sind ein sehr guter Winterschutz.
Über junge Mammutpflanzen sollte man zusätzlich eine
Holzkiste stülpen.
Auf diese Weise übersteht das Mammutblatt den Winter und
wächst zu einer erstaunlich riesigen Schirmblattpflanze heran.
Im Frühjahr schlägt die Pflanze mit ungeheurer
Schnelligkeit wieder aus und kann zu diesem Zeitpunkt durch Teilung
vermehrt werden. Von Juni bis August trägt das Mammutblatt
kolbenähnliche, etwa ein Zentimeter lange, Blüten.
Die rotbraunen Rispen von etwa 20 Zentimeter Durchmesser sind meist
unter den Blättern versteckt.
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