Die Narzissen gehören zur Familie der
Amaryllisgewächse. Ihr
lateinischer Name lautet Narcissus, wobei vor allem die trompetenartige
Variante dieser Pflanze auch unter dem Namen 'Osterglocke' bekannt ist.
Sie gelangten im späten 16. Jahrhundert gemeinsam mit den Tulpen und
Hyazinthen in die mitteleuropäische Gartenkunst. Seither sind sie als
Frühlingsboten in leuchtendem Gelb, aber auch Weiß oder Orange nicht
mehr wegzudenken.
Einer der wichtigsten Pflegehinweise gilt für alle
Zwiebelpflanzen: Nach der Blüte darf das Grün nicht abgeschnitten
werden. Erst wenn die Blätter von selbst vergilben, dürfen sie
abgenommen werden. In dieser Zeit sammelt die Narzisse Nährstoffe für
die Vermehrung und die nächste Blüte.
Die Vermehrung erfolgt auf zwei Wegen. Die Zwiebel bildet
Tochterzwiebeln aus, die dann im kommenden Jahr ebenfalls blühen. Daher
sollten Zwiebeln spätestens alle sieben Jahre ausgegraben werden. Man
trennt dann die Tochterzwiebeln von der Hauptzwiebel und achtet dabei
darauf, ein Stück der Bodenplatte der Zwiebel mitzunehmen, da diese die
Saugwurzeln bildet. Beim Wiedereinsetzen am alten Standort, sollte
gedüngt werden, da der Boden mittlerweile ausgelaugt ist.
Befruchtete Narzissenblüten bilden Samen aus. Wenn diese reif
sind, werden sie durch Wind oder Tiere, welche die Pflanze beim
vorbeigehen berühren, weiter getragen. Natürlich können die Blumen auch
von Hand kultiviert werden; gesät wird dann ins kalte Frühbeet.
Die meisten Narzissen gedeihen gut in sauren Böden. Es gibt
aber auch Arten, die auf Kalk oder sogar Granitböden wachsen. Wichtig
ist für die bei uns verbreiteten Sorten, dass der Boden durchlässig
ist, denn Staunässe ist Gift für sie. Trockenheit vertragen sie ebenso
wenig.
Die für den Privatgärtner problematischste Krankheit ist die
Zwiebelbasalfäule. Die Narzissenblätter vergilben dann weit vor ihrer
Zeit. Befallene Pflanzen sollten sofort mitsamt der verfaulten Zwiebeln
entfernt werden, da der Pilz für fünf oder mehr Jahre im Boden
verbleibt und neu gepflanzte Narzissen sofort wieder befällt. Die
Engelstränen-Narzissen, die Tazetten und die Jonquillen sind resistent
gegen diesen Pilz.
Schnecken sind eher lästig als schädlich - sie fressen zwar
gern die Blüten ab, schaden aber weder dem Laub noch der Zwiebel.
Wühlmäuse mögen keine Narzissen.
Narzissen sind als Schnittblumen verwendbar, dürfen
allerdings nicht ohne weiteres mit anderen Blumen in einer Vase stehen.
Ihr Gift schwemmt sich erst nach rund 24 Stunden aus - danach können
sie mit anderen Blumen kombiniert werden.
Wer die Zwiebeln ausgraben und lagern will, muss dies direkt
nach dem Absterben des Laubes erledigen. Nach dem ersten Regen bilden
die Zwiebeln nämlich schon wieder neue Wurzeln. Die ausgegrabenen
Zwiebeln werden ungeputzt trocken, luftig und kühl gelagert, z. B. im
Keller.