Der Oleander bringt das Mittelmeer in unseren Garten oder auf
den Balkon. Er liebt einen warmen Standort und viele Sonnenstunden.
Wenn er dabei immer gut feucht gehalten wird, bedankt er sich mit einer
sommerlichen Blütenfülle.Grundsätzlich
benötigt Oleander keinen Rückschnitt. Doch wenn er
mit den Jahren durch sein Wachstum zu viel Platz beansprucht, muss man
ihn wieder in seine Schranken weisen. Auch wird er mit dem Alter oft
kahl und bekommt gelbe Blätter, weshalb seiner Form,
Fülle und Schönheit das sensible Einkürzen
gut bekommt.
Die Pflanze ist sehr gut schnittverträglich und der
Schnitt an sich ist problemlos, dennoch gilt es einige Punkte zu
beachten. Oleander ist giftig, weshalb man bei der Gartenarbeit
entweder Handschuhe tragen oder sich danach gut die Hände
waschen sollte. Auch sind die Blätter sehr spitz, also darauf
achten, dass sie bei der Arbeit nicht ins Auge stechen,
Brillenträger sind im Vorteil! Im Frühling -
vorzugsweise im frühen März - ist ein guter Zeitpunkt
für das Beschneiden, aber auch im Spätsommer kann man
zur Schere greifen. Beim eigentlichen Schnitt muss beachtet werden,
dass die Blüten am zweijährigen Holz entstehen. Wer
also keine blütenlose Sommersaison erleben will, der sollte
zumindest ein Drittel der Äste stehen lassen und nicht alle
auf einmal schneiden. Die dünnen, unattraktiven Triebe
kürzt man auf 20 bis 30 Zentimeter ein.
Beim professionellen "Auslichtungsschnitt" werden die alten
und die langen Triebe bis ins Holz zurück geschnitten. Ein
alter, kahler Oleander kommt wieder zu neuen Ehren, wenn drei bis
fünf starke Triebe, die gut verteilt im Kübel stehen,
bis auf 10 Zentimeter ("handhoch") eingekürzt werden. Dabei
treibt der Oleander danach sowohl aus den schlafenden Augen als auch
aus dem Wurzelstock. Keine Angst vor dem radikalen Eingriff, denn schon
nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Austriebe, die Pflanze wird
sich bald in dichtem Grün präsentieren. Auf die
schönen Blüten muss man allerdings noch eine Saison
warten. Auch Pflanzen, die unter Frostschäden gelitten haben,
bekommen durch einen radikalen Schnitt im Frühjahr die Chance,
sich schon im Sommer wieder als buschige Grünpflanzen zu
zeigen.
Grundsätzlich ist zu empfehlen, die Pflanze bei
trockenem Wetter zu schneiden, damit die Schnittstelle trocknen bleibt.
Alternativ sind auch "künstliche Rinde" oder andere
Wundverschlussmittel angesagt, damit es nicht zu Pilzinfektionen kommt.
Ebenso lässt man keine "Stummel" stehen und benützt
selbstverständliche eine gut geschärfte Gartenschere.
Dann kann garantiert nichts schief gehen und der Oleander wird schon
bald wieder in neuer, grüner Pracht glänzen.
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