Seit dem vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung werden sie in den
Mittelmeerländern kultiviert. Ihre Früchte werden zum
größten Teil zu Öl verarbeitet, weshalb sie
auch als Ölbaum bekannt sind. Olivenbäume strahlen
einen besonderen Flair aus. Eine Art geheimnisvolle
Ehrwürdigkeit, nicht nur durch das hohe Alter vieler ihrer
Artgenossen. Die knorrigen Stämme scheinen einen individuellen
Baum-Charakter zu haben. In den vergangenen Jahren sind sie in die
Vorgärten und auf die Terrassen weniger heißer
Länder eingewandert.
Urlaubsgefühl im
Blumentopf
Wer in Spanien, Griechenland oder Italien im Urlaub war, hat ihn nicht
übersehen können. Als Einzelbaum, oft Jahrhunderte
alt, an Straßenrändern und in Plantagen - die
graugrünen Blättchen des Olivenbaumes sind
überall zu sehen. Um dieses Urlaubsgefühl auch zu
Hause kultivieren zu können, gibt es junge
Olivenbäume zu kaufen oder sie werden gleich aus ihrer Heimat
als Sämlinge mitgebracht. Der Ölbaum wächst
sehr langsam, weshalb er nicht oft umgetopft werden muss. Das
Umpflanzen lohnt sich erst dann, wenn der Topf völlig von den
Wurzeln eingenommen wurde.
Erde wie in der Heimat
In den Ländern seiner Heimat steht der Olivenbaum im
Trockenen. Um sich Wasser zu verschaffen, dringen seine Wurzeln bis zu
sieben Meter tief in das Erdreich ein. In einem Topf möchte
der Ölbaum deshalb nicht zu sehr verwöhnt werden.
Eine lehmige Mischung mit Sand ist für ihn genau das Richtige.
Ein junges Bäumchen ist anspruchslos. Je
größer der Baum ist, desto mehr Nahrung braucht er.
Dieser Wunsch ist einfach zu erfüllen, indem bei jedem
Umtopfen der Anteil an guter Gartenerde erhöht wird. Wichtig
ist auch der Sandanteil, um das Substrat gut durchlässig zu
machen. Denn der Sonnenanbeter mag keine nassen
Füße.
Auch die fertige Mischung
macht's
Im Gartenfachhandel gibt es spezielle Erde für
Kübelpflanzen. Diese besteht aus einem Anteil schwerer,
lehmiger Erde, Sand und einem nahrhaften Dünger. Wer sich in
einer Gärtnerei beraten lässt, bekommt genau die
richtige Erde für seinen Olivenbaum. Ist der Topf bereits gut
durchwurzelt, lässt er sich vielleicht nicht vom Wurzelballen
lösen. Am besten wird der Baum am Stamm gepackt und angehoben.
Beim Schlagen auf den Topfrand löst sich das
Gefäß in den meisten Fällen ab.
Von klein auf
Wer seinen Olivenbaum selber ziehen möchte, kann sich
eingetrocknete Oliven aus dem Urlaub mitbringen, die sich unter den
Bäumen häufig finden. Meist gibt es auch bereits
kleine Sämlinge. Diese werden mit einem
großzügigen Anteil ihrer Heimaterde ausgegraben und
zu Hause in einen Topf gesetzt, der so klein ist, dass die Wurzeln
gerade eben Platz haben. Diese Ölbaum-Kinder brauchen weder
Blumenerde noch Dünger, da die Wurzeln sich sonst nicht gesund
entwickeln. Statt dessen möchten sie einen sonnigen Standort.
Wer Oliven keimen lassen möchte, kann das in Cocos-Substrat
tun, das es im Fachhandel gibt. Es ist keimfrei und ganz ohne
Nährstoffe.