Ein guter Gärtner tut alles, um seine Nutz- oder Zierpflanzen optimal zu
versorgen. Selbst gezogene Jungpflanzen benötigen besonders viel Pflege. Dazu
gehört neben dem Gießen und Düngen auch das Pikieren, also Vereinzeln der jungen
Keimlinge. Stehen diese zu eng beieinander, so behindern sie sich gegenseitig in
Wachstum und Entwicklung. Aber wie pikiert man Pflanzen? Gibt es Besonderheiten,
die beachtet werden müssen?
Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren hängt vom Wachstumsstadium der Pflanze ab.
Sobald eine Jungpflanze die ersten Blättchen nach den Keimblättern hervor
treibt, kann sie vorsichtig aus der Erde gehoben und entweder in einen einzelnen
Topf zur weiteren Kultivierung oder bereits an ihren endgültigen Standort
verpflanzt werden. Dazu verwendet wird ein Spatel oder ein so genannter
Pikierstab. Dieser Stab ermöglicht ein Entfernen der Jungpflanze, ohne die
zarten Wurzeln zu verletzten. Das neue Pflanzloch kann ebenfalls mit dem
Pikierstab geformt werden. Mit dem Stiel wird eine genügend große Mulde in die
Erde gedrückt. Anschließend wird die Pflanze vorsichtig in das neue Pflanzloch
gesetzt, wobei der Wurzelansatz unter der Erdoberfläche liegen sollte. Danach
wird das Pflanzloch geschlossen, die Erde sanft angedrückt und leicht gewässert.
Die Keimlinge sollten so früh wie möglich pikiert werden, also sobald das erste
Blattpaar nach den Keimblättern ausgebildet ist. So ist der so genannte
Verpflanzungsschock für den Sämling geringer und er kann sich schneller erholen.
Um die meist noch sehr zarten Pflanzen nicht zu zerdrücken, ist es häufig
sinnvoll, für das Greifen und Herausheben kleinerer Pflanzen eine Pinzette zu
verwenden. Dabei sollte der Griff möglichst weit am unteren Ende der Pflanze
angesetzt werden, um die feinen Wurzeln nicht durch zu starken Zug am oberen
Pflanzenteil abzureißen. Allerdings muss darauf geachtet werden, nicht zu fest
zu zu greifen, damit der Stängel nicht verletzt wird.
Des Weiteren ist es ratsam, das neue Pflanzloch von Beginn an etwas tiefer und
vor allem auch groß genug zu graben. So wird dafür gesorgt, dass die Wurzeln
beim Einsetzen der zu pikierenden Pflanze nicht abgeknickt werden. Die Pflanze
sollte so eingesetzt werden, dass die Wurzeln auch ausgebreitet Platz haben. So
können sie ungehindert in alle Richtungen weiter wachsen.
Warum sollten Pflanzen eigentlich pikiert werden? Es wäre doch einfacher, sie
gleich in "angemessenen" Abständen auszusäen. Selbstverständlich könnten die
Samen bereits bei der Aussaat auf den nötigen Abstand gebracht werden. Das
Pikieren allerdings verstärkt das Wurzelwachstum, die Wurzeln werden kräftiger
und breiten sich stärker aus. Profi-Gärtner raten sogar, die Pflanzen zweimal in
jeweils größere Töpfe zu verpflanzen. So ist auch ohne grünen Daumen ein
kräftiges Wachstum der Pflanzen so gut wie garantiert.