Die Rhododendren sind mit über 1.000 Arten eine der größten Pflanzengattungen
der Erde. Anders, als der Name vermuten lässt, ist die Pflanze nicht nur in
Griechenland beheimatet, sondern fühlt sich in der ganzen Welt wohl. Sie kann
ebenso im tropischen Raum gedeihen wie im kalten Hochgebirge, fühlt sich aber
auch im warmen Mittelmeerraum sowie im europäischen gemäßigten Klima wohl. Als
bunt blühende Sträucher werden Rhododendren vor allem als Zierpflanze in ganz
Deutschland angebaut.
Rhododendren gelten nicht als besonders krankheitsanfällig oder schutzbedürftig.
Durch falsche Standortbedingungen können sie allerdings an verschiedenen
Gesundheitszuständen erkranken. Diese werden teils durch fremde Erreger, teils
auch durch Insektenbefall begünstigt. Um die Gesundheit der Pflanze zu erhalten
oder die Genesung zu ermöglichen, ist es wichtig, typische Krankheiten beim
Rhododendron frühzeitig und richtig zu erkennen.
Besonders häufig kommt das Knospensterben beim Rhododendron vor. Man erkennt es
daran, dass sich die Knospen im Winter grau-braun verfärben und absterben. Sie
bleiben oft jahrelang an der Pflanze, bis stäbchenartige Pilzfruchtkörper aus
ihnen hervorschießen. Der Erreger ist der in Nordafrika beheimatete Pilz
Pycnostysanus azaleae. Er dringt in Löcher und Wunden ein, die die
Rhododendronzikade bei ihrer Eiablage in Sommer und Frühherbst hinterlassen hat.
Da von dieser Erkrankung der gesamte Rhododendron befallen werden und absterben
kann, ist es wichtig, die befallenen Teile der Pflanze zu entfernen. Auf diese
Weise können sich die Sporen nicht weiter ausbreiten. Außerdem kann es helfen,
die Rhododendronzikade chemisch zu entfernen, da sie die Sporen bei der Eiablage
weiterträgt und dem Pilz bei der weiteren Verbreitung hilft.
Aus der Infektion mit Phytophthora-Pilzen heraus kann es beim Rhododendron zum
Zweigsterben kommen. Zunächst verbräunt die Endknospe, dann verlieren die
Blätter des Triebs ihren Glanz. Anschließend verwelken auch sie und fallen bei
starkem Befall ab. Eine feuchte, warme Umgebung begünstigt die Verbreitung der
Phytophthora-Arten besonders, auch die Nähe zu anderen befallenen Pflanzen. Die
befallenen Triebe des Rhododendrons müssen entfernt werden. Dazu wird bis tief
ins gesunde Holz des Strauchs hinein geschnitten, um eine Ausbreitung durch
unsichtbares Myzel zu verhindern. Dieses fadenartige Versorgungsnetz der Pilze
kann sich auch in Teile des Strauchs ausgebreitet haben, die noch gesund wirken
- deswegen ist der gründliche Schnitt nötig.
Andere Pilze sorgen für bräunliche Verfärbungen der Blätter. Bei starkem
Pilzbefall wird das Blatt schließlich vollständig braun und stirbt ab.
Verantwortlich für solche Verfärbungen sind häufig Pilze der Cercospora- oder
Colletotrichum-Arten. Je nach Art des Pilzes unterscheiden sich die braunen
Flecken im Aussehen: Einige sind von weißlichem Flaum umgeben, der zum
Fruchtkörper des Pilzes gehört, andere wiederum zeichnen sich nur durch die
braune Farbe von abgestorbenem Pflanzenmaterial aus. Die befallenen Blätter
müssen entfernt werden, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann. Bei
besonders starkem Befall kann eine chemische Bekämpfung erforderlich sein.