Wenn es für Gärten Modenschauen gäbe,
wäre die Rispenhortensie regelmäßig auf dem
Laufsteg. Die beliebte Trendsetterin besticht durch große,
duftende Blütenrispen, die je nach Sorte ihre Farbe
ändern. Beim Standort sind sie relativ schnell zufrieden zu
stellen. Und auch der unerfahrenste Gartenfan kann sich ihre
Blühwilligkeit durch einen einfachen Rückschnitt
sichern.
Blühender Farbwechsel
Von Juli bis September präsentiert sie ihre bis zu 30
Zentimeter langen, rein-weißen Blütendolden. Sie
erinnern mit ihrer Form und den unzähligen kleinen
Einzelblüten an den längst verblühten
Flieder. Beim Aufblühen sind sie hell wie Sahne, doch ihren
Abschied nehmen sie als rosafarbene Dolden, die in ihrem gelblichen
Herbstlaub einem Sonnenuntergang gleichen. Hydrangea Paniculata
"Grandiflora" heißt die Schönheit, die gemeinsam mit
ihren vielen Sorten-Schwestern die Herzen der Gartenbesitzer erobert
hat.
Schwere Blüten
auf starken Stängeln
Die Blütendolden erreichen ein beachtliches Gewicht. Wird die
Hortensie nicht geschnitten, treibt sie zwar zahlreiche junge Triebe,
die jedoch dünn und wenig stabil sind. Sie verzweigen sich
weniger, werden länger und tragen ihre duftende Last mit mehr
Mühe. Bei Wind und Regen können zu lange und
dünne Zweige leichter auseinander gedrückt werden und
brechen. Auch das ist ein Argument für einen
kräftigen Rückschnitt. Der Schnitt fordert die
Rispenhortensie zu mehr Einsatz auf. 15 bis 20 Zentimeter über
dem Boden in jedem zeitigen Frühjahr, fördert er eine
starke Basis. Aus ihr wachsen innerhalb der folgenden Monate stabile
Äste, die an den Triebspitzen Knospen bilden.
Unkompliziert und sehr
wirkungsvoll
Je weiter unten die Rispenhortensie geschnitten wird, desto weniger
Astgerüst ist später zu sehen. Sie wird ihre
Kapazität von etwa zwei Metern Höhe nicht ganz
erreichen, dafür ist ihre Form aber um so schöner. Ab
Ende Februar kann der Rückschnitt stattfinden. Wer ein
höheres Astgerüst erreichen möchte, kann 20
Zentimeter stehen lassen. Dabei werden die äußeren
Äste etwas kürzer geschnitten als die inneren, was
die spätere Kugelform der Hortensie unterstützt. Es ist darauf zu achten, dass die anderen Hortensienarten wie
Tellerhortensien, Samt- und Baumhortensien einen anderen Schnitt
brauchen.
Die Stars des
Spätsommers
Auch die Rispenhortensien-Sorten wie "Kyushu", "Grüner Star"
und "Vanille-Fraise" erwarten die gleiche Behandlung. Auf einem
angemessen feuchten, doch nicht zu nassen Standort in der Sonne oder im
Halbschatten sorgen sie für ein strahlendes Sommerende. Weder
Stadtluft noch Schatten machen ihr etwas aus. Der einzige, der ihnen
einen das Leben schwer machen kann, ist ein zu kalkhaltiger Boden.
Dagegen hilft ein Tausch des vorhandenen Bodens mit Rhododendron-Erde
am künftigen Standort, zusammen mit dem
regelmäßigen Einsatz von Hortensiendünger.
Schnitt für die
Vase
Auch in einem großen Kübel fühlt sich die
Rispenhortensie wohl vorausgesetzt, ihr Wunsch nach neutralem oder
saurem Boden und viel Feuchtigkeit wird erfüllt. Alle
Hortensienblüten lassen sich gut als Trockenblumen in
Sträußen verwenden. Die Blüten
dafür können die gesamte Blütezeit hindurch
geschnitten werden.