Ein Anblick wie im Urlaub. Zwei bis drei Meter hohe Stängel
mit hellen, filigranen, großen Blütenähren.
Wenn der Wind raschelnd durch das Schilf streicht, scheint der Badesee
in unmittelbarer Nähe zu sein. Es wächst an
Gartenteichen und dient an Zäunen als Blickfang. Als
größte Grasart gibt es dem Garten einen
urwüchsigen Charakter. Selbst im Winter, mit seinen braunen
Blättern, ist Chinaschilf ein interessanter Blickfang.
Viele Gründe
für das Verschieben von Arbeit
Wenn der Schnee auf den hohen Schilfblättern liegt, wirkt
selbst ein kleiner Garten wie ein Stück freier Natur. Um die
ursprüngliche Schönheit der Schilfgräser zu
erhalten, werden sie erst geschnitten, wenn der Winter vorbei ist. Das
hat unterschiedliche Gründe. Zum einen schützt das
Schilf sich selbst durch die Masse seiner Blätter. Durch Regen
und Schnee niedergedrückt, geben sie ein wärmendes
Polster über den Wurzeln ab. Werden die Stängel im
Herbst geschnitten, so kann die Nässe der kalten Jahreszeit
durch die Hohlräume der Halme ins Innere der Pflanze
eindringen. Kommt dann der Frost, können die Wurzeln
beschädigt werden. Die alten Blätter dienen
außerdem oft als Verstecke für Kleintiere. Und
zuletzt gibt es die dekorative Komponente die dafür spricht,
den Rückschnitt auf das Frühjahr zu verschieben.
Rückschnitt mit
der Astschere
Wenn der Winter vorbei ist, werden die Blätter und - bei den
blühenden Sorten - auch die Blütenstängel
auf etwa zehn Zentimeter zurück geschnitten. Dazu eignet sich
eine Heckenschere oder, bei sehr festen Schilfarten, eine Astschere.
Dabei ist darauf zu achten, dass die jungen Triebe nicht
beschädigt werden. Die unterschiedlichen Sorten von Schilf und
Schilfgräsern werden dabei alle gleich behandelt.
Empfehlenswert ist es auch, beim Rückschnitt Handschuhe zu
tragen, da manche der Schilfarten sehr scharfe Blattkanten haben.
Weit gewandert und
vielseitig
Im Allgemeinen heißt das Chinaschilf, das so gern in
Gärten für Aufsehen sorgt, Miscanthus sinensis. Es
gibt Zwergsorten, die nur bis einen Meter und sechzig hoch werden, wie
das Eulalia-Gras. Oder das mehr als drei Meter hohe Miscanthus
floridulus, das mit seinen überhängenden Blatt-Enden
wie ein Wald wirkt. Es gehört wie seine kleineren Schwestern
zu den Süßgräsern und kommt
ursprünglich aus China, Japan und Korea. Dort wird es zum
Flechten von Matten und Sichtschutz verwendet, sowie als Futterpflanze.
An Teichrändern, auf Wiesen und an Terrassen kommt das Schilf
besonders gut zur Geltung. Von Natur aus Feuchtigkeit liebend, erwartet
es in heißen Sommern zusätzliches Wasser, wenn es
nicht an einem Teich steht. Auch in Kübeln lassen sich
Chinaschilf-Pflanzen kultivieren. Dafür sollten am besten die
kleineren Sorten verwendet werden. Auch für Kübel
gilt: Mit dem Rückschnitt kann gewartet werden, bis der Winter
vorbei ist. Um zu verhindern, dass die Blätter durch den
Schnee auseinander gedrückt und als unschöner,
brauner Teppich rund um das Gefäß liegen, werden sie
zu Beginn des Winters zusammengebunden.