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Gartengemeinschaft - Gartenpflanzen - Stiefmütterchen

Stiefmütterchen





Das Stiefmütterchen oder Veilchen mit dem botanischen Namen „Viola“ ist in unseren Breiten bereits seit etwa 300 Jahren bekannt. Sie ist eine der beliebtesten und bekanntesten Garten- und Balkonblume und schmückt als erster Frühlingsbote Gärten, Gräber und Parks.

Es gibt diese zierlichen, krautigen Pflanzen in vielen verschiedenen Sorten, Größen und Farbgebungen. Neben dem kultivierten Gartenveilchen oder Stiefmütterchen finden wir aber auch noch unterschiedliche, sehr interessant Wildformen in ganz Europa und Asien verbreitet. Zu ihrer Gattung zählen etwa 400 Arten, die auf Wiesen, an Wegrändern und auf Brachflächen wachsen und sich dort heimisch fühlen.

Bereits seit dem Mittelalter gilt das Veilchen als Sinnbild für humanistische Gedanken, was wohl auch ein Grund ist, warum es die französischen und österreichischen Freidenker zu ihrem Glaubenssymbol gemacht haben. Sogar im Stadtwappen der japanischen Stadt Osaka ist diese widerstandsfähige Blume zu Ruhm und Ehren gekommen.
 
Zudem hat das Bild des wilden Stiefmütterchens in Märchen, Sagen und Erzählungen seinen Niederschlag gefunden, beispielsweise auch in Theodor Storms 1874 entstandener autobiografischer Novelle „Viola tricolor“.

Auch in Shakespeares „Liebestraum“ entfaltet es seine magischen und mystischen Kräfte.
Übrigens, das wilde Stiefmütterchen ist der absolute Urahn aller uns heute bekannten bunten Kreuzungen und Nachzüchtungen.

Auch als Heilpflanze wird das Stiefmütterchen sehr geschätzt und findet in der Naturheilkunde immer noch Verwendung. Hauterkrankungen, Halsentzündungen, Rheuma oder Verdauungsbeschwerden können recht erfolgreich äußerlich mit dem wilden Stiefmütterchen behandelt werden. Schon seit dem Mittelalter ist „Viola tricolor“ als harn- und schweißtreibende, sowie blutreinigende Heilpflanze bekannt. Sie enthält Saponine, Flavonide und Salicylsäure. Zu medizinischen Zwecken verwendet man den oberirdischen Teil der Pflanze.

Im Grunde ist diese schöne kleine Pflanze recht anspruchslos und deshalb leicht zufrieden zustellen. Dieser Gartenklassiker liebt feuchten, wasserdurchlässigen Boden und einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Nur auf Staunässe reagieren sie sehr schnell mit Fäulnis, aber das tun andere Pflanzen auch.
 
Obwohl die Veilchen nicht so aussehen, so sind sie doch recht robust und ihre Blüten überstehen sogar Frost. Aus diesem Grund kann man die tapferen „Violas“ schon im Spätwinter auspflanzen. Gartenexperten behaupten sogar, sie besitzen ein eigenes „Frostschutzmittel“ das verhindert, dass das Wasser in den Zellen der Pflanze gefriert.
Dadurch kann das Stiefmütterchen sogar Frostperioden unbeschadet überstehen.

Nun bleibt es bei guter Pflege bis weit in den Sommer hinein schön und blühfreudig. Zudem kann die Blühzeit mit einem ganz einfachen Trick verlängert werden. Man entfernt hierzu sowohl die abgeblühten Blüten und die verdickten Fruchtknoten von Zeit zu Zeit. Stiefmütterchen sind von Mai bis Juli im Handel als Blühpflanzen erhältlich, können aber auch ohne Probleme selbst ausgesät werden. Auch eine Vermehrung durch nicht blühende Triebe ist möglich.

Schon allein diese vielfältige Art der Vermehrung macht deutlich, das dass kleine „Blühwunder“ beinahe jeden Hobbygärtner mit dem „grünen Daumen“ belohnt. Sie eignen sich auch sehr gut als Bodendecker oder lassen sich hervorragend mit verschiedenen Zwiebelblumen und Sommerblühenden Stauden kombinieren.

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