Die zu den Malvengewächsen gehörende
Stockrose (Althea rosea bzw. Alcea rosea) ist eine zwei- bis
mehrjährige Staude mit einem kräftigen, bis zu
über zwei Meter hohen Stängel, in dessen Blattachsen
viele auffällige Blüten sitzen. Wegen dieses
üppigen Blütenflors erfreut sich die in
Bauerngärten schon seit langer Zeit beheimatete Stockrose
zunehmender Beliebtheit, zumal sie sehr pflegeleicht ist und fast
überall gedeiht. Da die dunklen Sorten einen hohen Anteil
Anthocyan enthalten, wurden sie früher zur Herstellung von
natürlichen Farbstoffen verwendet, und auch heute wird die
Stockrose wegen ihrer Schleim lösenden Wirkung in der
Naturheilkunde geschätzt.
Prinzipiell stellt die Stockrose keine besonderen
Anforderungen an ihre Umgebung und kann überall
ausgesät und kultiviert werden. Um einen Bruch des hohen
Stängels zu vermeiden, ist jedoch entweder ein halbwegs vor
Wind geschützter Ort oder eine leichte Stütze durch
einen Pfahl zu empfehlen. Ein sonniger Standort wird von der Stockrose
dankbar angenommen, auch benötigt sie reichlich Feuchtigkeit
und ziemlich viel Dünger, wie zum Beispiel
regelmäßige Gaben von Blaukorn. Eine nicht zu
leichte, aber lockere, sandige und humose Lehmerde bietet die idealen
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht der Pflanze.
Stehen der Stockrose nicht genügend Nährstoffe zur
Verfügung, so entwickelt sie nur schwache und
anfällige Pflanzen, die besonders gerne von Malvenrost
befallen werden. Da der reiche Blütenschmuck sich vor allem
bei jungen Pflanzen entwickelt, sollte öfter
nachgesät werden.
Nach der Blüte trocknen im Herbst die
Stängel ab und die Samenkapseln öffnen sich von
selbst. Während der Ernte herabfallende Samen keimen im
folgenden Jahr ganz einfach und entwickeln sich zu neuen Exemplaren.
Wer diese Selbstaussaat fördern will, der kann auch einfach
die eingetrocknete Samenkapsel zwischen den Händen verreiben,
wodurch die darin befindlichen reifen Samen alle herausfallen. Wie die
Erfahrung zeigt, entstehen auf diese Weise allerdings aus den Samen der
gefüllten Arten nur ungefüllte Pflanzen.
Im gewerbsmäßigen Anbau der Stockrose
erfolgt die Aussaat im Freiland zwischen Ende Mai und Anfang Juni,
wobei ein Reihenabstand von 25 cm als ideal gilt. Die Samen sollten
allerdings nur ganz leicht mit Erde bedeckt werden, die dünne
Bedeckung dient lediglich der Förderung der Keimung und
verhindert gleichzeitig ein Wegfliegen der Samen bei Windeinwirkung.
Die Keimdauer der Samen liegt bei etwa 14 Tagen bis maximal drei
Wochen.
Sobald die Pflänzchen nach einigen Wochen eine gewisse
Größe erreicht haben, werden sie ausgepflanzt. Dies
erfolgt dann meist zwischen Ende August bis etwa Mitte September. Bei
einem möglichst frühen Pflanztermin wurzeln die
Stockrosen vor der Winterpause noch gut ein und zeigen dann schon im
nächsten Jahr einen üppigen Blütenschmuck.
Bei späterem Auspflanzen wird die Stockrose erst im
übernächsten Jahr ihre volle Blütenpracht
entfalten.
Die Auspflanzung der Stockrosen erfolgt am besten in einem
Reihenabstand von 50 cm bei einem Abstand von 40 cm bis 60 cm zwischen
den einzelnen Pflanzen.