Die ursprünglich aus Asien stammende Trauerweide hat sich
ihren Lebensraum mittlerweile in der ganzen nördlichen
Halbkugel erobern können. Die biegsamen Äste und
Ruten dieses wuchsstarken Baumes hängen herunter
können dabei sogar den Boden berühren. Dieser Art von
„Traurigkeit“ schuldet die Trauerweide ihren Namen.
Aus genau diesen Ästen und Zweigen wurden damalig
Weidenkörbe hergestellt. Je spitzer die Blätter einer
Weide sind, desto elastischer fallen die Ruten aus. Früher wurden diese Weidenruten einmal jährlich zur
„Ernte“ radikal abgeschnitten. Übrig blieb
nur ein Stumpf, die so genannte Kopfweide. Gott sei Dank ist die
Trauerweide äußerst schnittunempfindlich, so dass
auch bei einem Radikalschnitt so gut wie nichts falsch gemacht werden
kann, denn die gleiche Anzahl an Neutrieben wird im folgenden Jahr
wieder ausgebildet. Da dieser bis zu 30 Meter hoch werdende Baum aber
auch ein riesiges Wurzelwerk bis zu 400 m² besitzt, kann ein
radikaler Schnitt die gewaltigen Laubmengen im Herbst durchaus
eindämmen. Keine Angst, der Baum erleidet dabei keinen Schaden
und wird im neuen Jahr umso stärker austreiben.
Es gibt viele Arten von Trauerweiden und genau so viele Arten beim
Schnitt. Ist eine Trauerweide bereits vorher schon einmal beschnitten
worden, bilden sich die neuen langen und relativ stark verzweigten
Ruten so gut wie immer an der alten Schnittstelle. Da man diese, zum
Teil tonnenschweren, Rutenbüschel unmöglich auf
einmal abschneiden kann, ist es empfehlenswert, sich hier
Stück für Stück vorzuarbeiten. Auch sollte
man Vorsicht walten lassen, sofern sich beispielsweise Personen,
Zäune oder andere Pflanzen unter der Weide befinden, denn die
Weidenteile sind überaus schwer und können
große Schäden beim Herabfallen verursachen.
Weiterhin ist es ratsam, dass Helfer die abgeschnittenen Rutenteile
sofort entfernen, da sonst sehr schnell ein quasi unentwirrbares
Knäuel unter dem Baum entstehen kann.
Praktikabel und zeitsparend ist es im Übrigen, sich einen
Hubsteiger zu mieten. Normales Besteigen und Klettern ist
natürlich auch möglich. Die meterlangen Ruten
müssen direkt an der Basis Stück für
Stück abgesägt werden. Hat man es endlich geschafft,
alle langen Triebe zu entfernen, müssen die Stümpfe,
am besten mit einer Kettensäge, nachbearbeitet werden. Da so
ein Stumpf schon einmal einen Durchmesser von einem Meter haben kann,
empfiehlt sich eine Säge mit einem langen Schwert. Bei der
Nachbearbeitung ist unbedingt darauf zu achten, dass keine oder nur
schräge Verkantungen in der Baumschnittfläche
entstehen. Regenwasser könnte nämlich sonst nicht
ablaufen und schnell dafür sorgen, dass die Baumwunde
Faulstellen entwickelt, die eventuell der ganzen Trauerweide schweren
Schaden zufügen können.
Da es gilt, zur Sicherheit viele Vorsichtsmaßnahmen zu
treffen, sollte der Hobbygärtner einen Weidenschnitt doch
lieber dem Fachmann überlassen oder dessen Rat einholen.
Dieser besitzt die richtige Ausrüstung und die nötige
Erfahrung. Der Schnitt bei einer Trauerweide ist selbst völlig
unkompliziert, doch zum eigenen Schutz sollte ein blutiger Laie
möglichst die Finger davon lassen.