Für den optimalen Baum(rück)schnitt ist es
vorteilhaft die Eigenarten des jeweiligen Baumes zu kennen. Die
Tropenbaumgewächse (Bignoniaceae) der Gattungsart Catalpa
wachsen sowohl in Asien, der Karibik, in Amerika, seit 1726 in England
und seit 1744 auch in Deutschland.
In Europa handelt es sich vorrangig um den
„Gewöhnlichen Trompetenbaum“ (Catalpa
bignonioides) und den „Prächtigen (westlichen)
Trompetenbaum“ (Catalpa speciosa), die als riesige
Schattenspender in vielen Parks zu bewundern sind. Die Höhe
beträgt meist um die 16 Meter, kann aber auch gut doppelt so
hoch werden. Freistehend entwickelt er eine abgerundete Form mit weit
nach außen treibenden Ästen an denen
große, herzförmige Blätter wachsen. Von
Weitem ist eine Ähnlichkeit mit alten Kastanienbäumen
gegeben. Aus der Nähe wirkt der Baum mit seinen
glockenförmigen Blüten und den bis zu 40 cm langen,
schotenartigen Früchten doch recht exotisch. Die freistehenden
Parkbäume entwickeln sich eindrucksvoll ohne Schnitt.
Sturmschäden wachsen sich aus.
Anders sieht es bei denen aus, die als Allee-Bäume auf einer
bestimmten Höhe und Breite gehalten werden müssen
oder für einen normalen Garten zu groß werden. Hier
werden gesunde Exemplare gekappt (entwipfelt), radikal „auf
den Stock gesetzt“, bzw. „auf Zapfen
gestutzt“, also alle Äste oberhalb der
Veredelungsstelle auf ein bis zwei Augen zurückgeschnitten.
Ein „Ableitungsschnitt“ verhindert
unschönen, besenartigen Austrieb. Wichtig für die
Wahl der „ableitenden“ Äste, die als
einzige gekürzt am Baum verbleiben, ist eine aufsteigende
Wuchsform. An flach ausragenden Ästen bilden sich senkrechte
„Wasserschosser“, die nichts in einem
schönen Baum zu suchen haben.
Die Beliebtheit des Trompetenbaums stieg in den letzten Jahren stark
an. Seit er sich als kultiviertes Kugelbäumchen
„Nana“ dem Zeitgeist, dem Wunsch nach einem
kleinwüchsigen Hausbaum, anglich. Die veredelte
„Nana“ zeigt eine dicht verzweigte, kugelige Krone
aus deutlich kleineren Blättern auf einem Hochstamm bei einer
Höhe bis zu 6 Metern. Der Baum entwickelt keine
Blüten. Dafür halten die Blätter
Mücken und Fliegen ab.
Um ihn, auch im Durchmesser, kleiner zu halten ist die Verwendung eines
kübelartigen Pflanztopfes mit Gittermuster, den man alle zwei
Jahre frei gräbt und die herauswachsenden Wurzeln kappt,
geeignet. Einen Rückschnitt benötigt der Kleinbaum
nicht – außer aus Platzgründen.
Schneidtechnisch reicht eine Verjüngung durch Auslichtung. Ein
Radikalschnitt soll, wenn überhaupt, nur alle paar Jahre
erfolgen. Der kräftige Rückschnitt auf eine Ast-Kugel
über dem Stamm in Fußballgröße
führt zu immer größeren Blättern
die optisch später unharmonisch wirken.
Die charakteristischste Eigenschaft des Trompetenbaums ist sein
ungewöhnlich später Austrieb und die damit erst im
Hochsommer (Juni/Juli) auftretende üppige, weiße
Blütenpracht. Das Laubwerk verfärbt sich recht
früh. Die Fruchtschoten hängen über den
Winter im Baum und öffnen sich erst im Frühjahr. Dies
alles ist für den günstigen Schnittzeitraum, hier
Spätwinter oder Vorfrühling, ausschlaggebend.
Ungeeignet ist der Herbst oder der frühe Winter. Es sollte an
einem trockenen Tag passieren, damit sich ein Wundverschluss bilden
kann.