Die Trompetenblume oder lateinisch "Campsis radicans" ist eine
schnellwüchsige Kletterpflanze, die Zäune, Mauern und Spaliere mit einer Fülle
von orange-roten, gelb-roten oder rosafarbenen Blüten schmücket. Sie ist
anspruchslos, solange ihr ein warmer, vollsonniger Standort und genügend Wasser
gegönnt wird. Ihre leuchtenden, trompetenförmigen Blüten bieten Bienen und
Hummeln reiche Nahrung und bringen die Erinnerung an Urlaub in tropischen
Ländern zurück.
Obwohl sie keinerlei Ansprüche an den Boden oder den Dünger stellt, wächst sie
sehr schnell. Um ihr Form zu geben und um sie zu stärken, kann sie jedes Jahr
geschnitten werden. Da sie am einjährigen Holz blüht, werden ihre Triebe des
Vorjahres bis auf drei oder vier Augen (Blattknospen) eingekürzt. Aus dem
zurückbleibenden "Zapfen" entwickeln sich die Blüten. Der Hauptast bleibt
erhalten, es sei denn, er stört die Form oder wird zu lang. Dann kann er
ebenfalls geschnitten werden. Grundsätzlich nimmt die Trompetenblume den Schnitt
ohne Klage hin. Damit die Blüte aber nicht behindert wird, sollte bereits Ende
Februar, Anfang März geschnitten werden.
Die Campsis treibt die ersten Blätter sehr spät aus, meist erst im Mai, in
kalten Regionen kann es daher sinnvoll sein, auf den ersten Austrieb zu warten,
bis geschnitten wird. Sonst besteht die Gefahr, dass Äste entfernt werden, die
wie tot aussehen. Um sicher zu gehen, dass die Äste noch Saft führen und
austreiben werden, kann die Rinde leicht mit einem scharfen Messer angeritzt
werden. Unter der oberen Rindenschicht zeigt sich der grüne Bast, die untere
Haut. Ein abgestorbener Ast dagegen zeigt keinerlei Grün unter der Rinde. Jeder
tote Ast sollte an seiner Basis komplett entfernt werden.
Ist es sichergestellt dass die Äste austreiben, kann die Länge nach Wunsch
festgelegt werden. Gibt es zum Beispiel keine Möglichkeit, lange Äste zu
stützen, kann es sinnvoll sein sie zu kürzen, bevor ein Weg oder Fenster ganz zu
wächst. Grundsätzlich gilt: je früher die kletternde Schöne geschnitten wird, um
so früher blüht sie wieder. Totes Holz kann jederzeit entfernt werden, was auch
wichtig ist, um die Pflanze gesund zu erhalten.
Im Sommer sollte die Campsis nicht geschnitten werden, da sie ihre Triebe
braucht, um im nächsten Jahr wieder Blüten zu bilden. Blüht sie nicht, so kann
es an einem hohen Stickstoffgehalt im Boden liegen. Die Trompetenblume ist mit
wenig zufrieden. Zu viel Nährstoffe lassen sie ins Kraut schießen und verhindern
die Blüte. Hat sie in einem Jahr gar nicht geblüht, kann mit einem radikalen
Schnitt ihre Blühwilligkeit wieder hergestellt werden. Auch dabei gilt die
Regel: besser früh schneiden als spät.
In Gegenden, die auch im späten Frühjahr noch Frost bringen, sollte mit einem
radikalen Schnitt gewartet werden, bis die Gefahr vorbei ist. Vielleicht muss in
dem Jahr auf Blütenfülle verzichtet werden, doch im darauf folgenden Jahr blüht
sie dafür um so schöner.