Rosen sind beliebte Blumen. In fast jedem Garten sind sie zu
finden und in einem Blumenfachgeschäft dürfen sie
nicht fehlen. Manch ein Hobbygärtner hat wirklich
wunderschöne Rosen in seinem Garten und denkt über
eine Vermehrung seiner Rosen nach.
Dazu hat er unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen
könnte er Rosensamen aussäen, zum anderen
könnte er seine Rosen durch Stecklinge vermehren. Da man aber
meist im eigenen Garten bereits veredelte Rosen hat, klappt die
Vermehrung über Stecklinge nicht. Hier bliebe jetzt als
Variante das Veredeln. Zum Veredeln setzt man eine edle Rose auf den
Wurzelstock einer Wildrose.
Was sollte man dabei beachten?
Man benötigt zunächst eine Wildrose. Diese
erhält man problemlos in Baumschulen. Die Wildrose pflanzt man
an eine sonnige Stelle in seinem Garten, am besten gleich an den Platz,
an dem später die eigene veredelte Rose wachsen und
blühen soll. Im folgenden Frühjahr muss die Wildrose
zurück geschnitten werden, nur der kräftigste Trieb
bleibt stehen. Im Sommer ist dann der Zeitpunkt für den
Veredlungsversuch herangerückt. Dazu ist es wichtig, dass man
sich im Gartenfachmarkt ein so genanntes Okuliermesser kauft.
Als erstes wird nun der Wurzelhals der Wildrose freigelegt, dann
schneidet man mit dem Okuliermesser ein großes T in die
Rinde. Dabei ist es wichtig, dass man wirklich nur die Rinde
einschneidet. Schneidet man zu tief, wird das Veredeln misslingen. Als
nächstes schneidet man von der Rose, die man veredeln
möchte, Triebe ab und entfernt von ihnen die Blätter
und die Dornen. Nun kann man an dem Rosentrieb die so genannten Augen
gut erkennen.
Die Augen sind die Stellen, an denen vorher die Blätter
wuchsen. Diese Augen werden nun mit dem Okuliermesser etwa zwei
Millimeter tief in einer Länge von etwa zwei Zentimetern
herausgeschnitten. Dieses Auge steckt man in den Rindenschnitt der
Wildrose und das Ganze wird mit Band fixiert.
Hatte der Hobbygärtner bei seinem Veredlungsversuch Erfolg, so
wird das Auge nach einigen Wochen austreiben. Im nächsten
Frühjahr müssen dann alle Wildrosentriebe, die sich
oberhalb der Veredlungsstelle befinden, abgeschnitten werden. Auf
keinen Fall sollte man die Wildtriebe kurz nach der Veredlung
abschneiden, denn dies wird den Erfolg beeinträchtigen.
Beim Fachmann nachgefragt, wird man den Rat erhalten, eine Rose immer
einige Zentimeter unter der Erde zu veredeln. Dadurch wird die
Veredlungsstelle zusätzlich vor Frost und Trockenheit
geschützt.
Es ist möglich, auf dem Wurzelstock einer Wildrose mehrere
Rosensorten zu veredeln. Man kann auch jede Rose, die im Fachmarkt
erhältlich ist, veredeln. Beachten muss man dabei aber immer,
dass Rosen lizenzrechtlich geschützt sind. Das heißt
für den erfolgreichen Hobbygärtner, dass er veredelte
Rosen in seinem Garten haben darf, aber sie nicht verkaufen kann.
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