In der überschwenglichen Pflanzenwelt von Mittelamerika und
Teilen
Afrikas müssen kleinere Gewächse sich schon etwas einfallen
lassen, um nicht übersehen zu werden. Denn nur wer sich
möglichst auffällig präsentiert, wird von den Insekten
beachtet und bestäubt, was die Nachkommenschaft sichert. Das Wandelröschen wächst in diesen Teilen der Welt als
kleiner Busch, den man leicht übersehen würde, wenn er
nicht dieses ausdrucksstarke Farbenspiel vorzuweisen hätte.
Wenn die Blütenkelche sich öffnen, erkennt man, wie das
Wandelröschen zu seinem Namen gekommen ist, denn dann erscheint
ein Potpourri aus Farben in einer Blüte, dass es das Herz jeden
Gärtners höher schlagen lässt. Als das
Wandelröschen nach Europa gebracht wurde, gab es die Pflanze nur
in dieser Buschform. Mittlerweile ist man jedoch dazu über
gegangen, auch die Hochstämmchenform heran zu züchten, was
mit großem Erfolg gelungen ist.
Das Wandelröschen ist eine ideale Topfpflanze für den Balkon
oder die Terrasse, denn es ist nicht winterhart und muss vor
Frostbeginn im Keller oder einem ähnlichen kühlen, dunklen
Raum bei 5 - 10 Grad Celsius überwintert werden. Man kann es zwar
im Garten auspflanzen, sollte es aber zum Überwintern wieder
ausgraben.
Genau so empfindlich wie auf Kälte, reagiert es auch auf
Wind.
Wenn es starkem Wind oder Zugluft ausgesetzt ist, verliert es ganz
schnell seine Blätter.
Wenn man es im Garten auspflanzen möchte, empfiehlt es sich die
Buschform zu wählen und diese Büsche am besten an einem Hang,
der sich auf der Südseite des Anwesens befindet, in lockere,
mittelstark gedüngte Erde zu setzen.
Zuviel Dünger kann dem empfindlichen Wandelröschen eher
schaden als nützen, denn es ist von Natur aus an eher karge,
sandige Böden gewöhnt. Die Vermehrung geht ganz einfach. Man
kann Stecklinge von den ersten Trieben schneiden, die sich bereits
mehrfach verzweigt haben. Schneiden Sie einfach die etwa acht
Zentimeter unter einem Knoten ab und setzen Sie sie in gut
durchfeuchtete, aber keinesfalls nasse Anzuchterde. Draufhhin bilden
sich nach etwa zwei bis drei Wochen genügend Wurzeln, die eine
Weiterverpflanzung in den Garten oder in einen mindestens 35 Zentimeter
hohen Blumentopf, ermöglichen.
Wandelröschen werden gerne von Spinnmilben und Weißfliegen
heimgesucht. Dem kann man mit regelmäßigem Besprühen
einer Seifenlauge vorbeugen, beziehungsweise Abhilfe schaffen.
Ersatzweise geht auch eine Behandlung mit einem speziellen
Insektenspray, denn die Wandelröschen benötigen während
der Anzuchtphase einen Schutz gegen Pilze. Wenn man also sowieso schon
ein Ungezieferspray mit fungizider Wirkung einsetzt, weil man selbst
züchten möchte, kann man dieses auch weiter verwenden.
Allerdings ist die Seifenlauge günstiger - besonders wenn es sich
um mehrere Pflanzen handelt.