Ein georgisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:
„Eine Rebe verlangt soviel Zuwendung wie ein
Neugeborenes.“ Sowohl am Weinberg als auch am Haus
benötigen die Weinreben einen regelmäßigen
Schnitt. Für viele Laien ist das Beschneiden der Weintrauben
ein Gräuel. Dabei erfordert es nur ein wenig Übung
und die richtige Strategie.
Weinreben müssen mehrmals pro Jahr geschnitten
werden. Größere Eingriffe werden optimalerweise im
Winter vorgenommen, wenn die Pflanze weder Laub noch Wurzeldruck hat.
Auf diese Art wird das Ausbluten der Pflanze vermieden. Bei Frost
sollte allerdings nicht geschnitten werden.
Der Schnitt hat das Ziel, die Weinrebe vital zu halten. Um zu
verhindern, dass die Pflanze vieler Triebe zu schwach ist um Trauben zu
tragen, sollten nicht alle Knospen zu Zweigen austreiben.
Darüber hinaus trägt ein Frühjahrsschnitt
dazu bei, die Wüchsigkeit der Pflanze zu regulieren.
Für einen Weinstock, der als Spalier genutzt wird, ist der
Zapfenschnitt die zweckmäßigste und einfachste Form
des Schnittes. Um eine höhere Fruchtbarkeit des Stockes zu
bewirken und den Wuchs einzugrenzen, werden zwei Zapfen von je zwei bis
vier Augen gezogen. Einer für die Fruchtruten und der andere
als Ersatz.
Steht die Weinrebe an einem Laubengang, hat sie meist mehr
Platz zur Entfaltung und kann längere Triebe gut vertragen.
Die geschnittenen Triebe nennt man in diesem Fall Streckern oder Ruten.
Sowohl der Zapfenschnitt, als auch der Streckschnitt können am
gleichen Rebstock Anwendung finden.
Die Pflege am Weinstock im Sommer nennt man in der Regel nicht
Schnitt, sondern Laubarbeiten. Um wachsen zu können
benötigen die Reben ausreichend Licht, Sonne und Luft. Zu
dicht stehende Triebe und dichtes Laub erhöhen das
Fäulnis- und Infektionsrisiko der Trauben. Aus diesem Grund
ist es unabdingbar, dass zu dicht stehende und Kümmertriebe
ausgebrochen werden. Grüne Triebe müssen festgeheftet
werden. Zu lange Trieben sollten kurz nach der Blüte auf
maximal zehn Blätter über der Traube geschnitten
werden.
Ende Juli ist die Zeit des Gipfelns. Zu lange Triebe sollten
jetzt gekürzt erneut gekürzt werden. Auch muss der
Rebstock ausgelichtet werden. Anfang August können, um
Pilzkrankheiten zu vermeiden, kurz vor der Reife der Trauben
vereinzelte Blätter rund um die Weinbeeren entfernt werden. Um
volle Weinbeeren zu erhalten, sollte nur eine Traube je Trieb
heranreifen.
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