Der Name der Japanischen Wunderblume (Mirabilis jalapa) ist irreführend. Nicht aus Japan stammt diese in Europa weit verbreitete Zierpflanze, sondern sie wurde im 14. Jahrhundert aus Mittelamerika (vermutlich Mexiko) eingeführt.
Die Wunderblume ist ein krautartiges Gewächs, das in unseren Breiten eine Größe von 80 – 120 cm erreicht. Es bildet eine knollenartige Wurzel aus, mit deren Hilfe die Pflanze überwintert. Während der gesamten Vegetationsphase werden an den Sprossspitzen Blütenstände mit 3-7 Blüten ausgebildet. Diese öffnen sich am späten Nachmittag und verwelken am Vormittag des nächsten Tages, was der Blume den Namen "5 O'Clock Flower" einbrachte. Die Blüten können weiß, gelb, rosa oder pink sein, neuerdings gibt es auch gestreifte Mischformen. Sie duften leicht nach Zitrone. Bestäubt werden die Blüten meist von nachtaktiven Insekten, sie bilden sehr leicht etwa erbsengroße, schwarze, runde Samen aus.
Die Anzucht und Pflege von Mirabilis jalapa ist unkompliziert, wenn bestimmte Grundregeln beachtet werden. Die Samen können im Frühjahr ausgebracht werden, wenn die Temperaturen die 20-Grad-Marke überschreiten und keine Nachtfröste mehr drohen. Die Erde sollte humos, aber gut durchlässig sein. Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bis die Samen gekeimt haben. Die Keimung kann beschleunigt werden, wenn man die Samen 24 h in warmem Wasser einweicht oder die Keime vorsichtig von ihrer harten Schale befreit. Wenn die Sämlinge etwa 20 cm groß sind, beginnen sie ihre Wurzelknolle auszubilden (zunächst noch als längliche Rübe). Zu diesem Zeitpunkt sollten sie vereinzelt werden.
Die Pflanzen können dann entweder im Beet ausgepflanzt oder einzeln bzw. in kleinen Gruppen in große Kübel gesetzt werden. Sie benötigen während der Wachstumsphase einen hellen, aber nicht unbedingt vollsonnigen Standort sowie tägliche Wassergaben. Je wärmer und sonniger der Platz ist, desto größer ist der Wasserbedarf der Wunderblume, den sie unmissverständlich mit hängenden Blättern kund tut. Wenn es zu kühl oder zu dunkel ist, bleibt die Blütenbildung aus. Regelmäßige Gaben eines handelsüblichen Blumendüngers fördern das Wachstum und die Blütenbildung.
Mit kürzer werdenden Tagen und sinkenden Temperaturen stellen die Pflanzen Ende September Wachstum und Blüte ein. Sie können im Beet oder im Kübel belassen werden, solange die Nachttemperaturen über 0 °C bleiben. Dabei sollte sie durch Reduzierung der Wassergaben langsam zum Rückzug gebracht werden. Anschließend kann man den oberirdischen Teil der Pflanze abschneiden, die Wurzelknolle ausgraben und von Erde säubern. Die Knollen können trocken, dunkel und kühl (5-10 °C) überwintert werden. Sie beginnen Mitte März, erste Lebenszeichen in Form von hellen Triebspitzen zu zeigen. Mit dem Auspflanzen sollte man jedoch warten, bis die Temperaturen wieder angemessen sind. Wer über ein (beheiztes) Gewächshaus oder einen Wintergarten verfügt, kann natürlich entsprechend eher mit Anzucht oder Auspflanzen der Knollen beginnen.
In Jahren mit milden Wintern kann es vorkommen, dass Samen, die sich im Beet ausgesät haben, im Frühsommer von selbst austreiben.