Beim Rückschnitt der Zierkirsche gilt im Prinzip das selbe wie
beim Rückschnitt jedes Baumes, der seine natürliche
Wuchsform behalten soll. Das heißt, Zierkirschen sollten
nicht zurückgeschnitten, sondern lediglich ausgelichtet
werden. Schließlich würde ein radikaler Schnitt die
natürlichen Proportionen der Baumkrone zerstören. Ein
Auslichtungs- bzw. Erhaltungsschnitt hingegen entfernt nur die
abgestorbenen, kranken oder anderweitig verletzten Äste.
Wie bei den meisten Ziersträuchern oder Zierbäumen
ist ein Auslichtungsschnitt bei der Zierkirsche nur alle zwei bis drei
Jahre notwendig, und zwar frühestens drei oder vier Jahre nach
Pflanzung. Hierbei werden nicht wie bei einem
„normalen“ Rückschnitt die jungen Triebe
gekappt, sondern vielmehr die ältesten Triebe
herausgeschnitten - und zwar möglichst nahe über dem
Boden (Sträucher) bzw. am Stamm (Bäume). Alte Triebe
erkennt man in der Regel daran, dass die Rinde rissiger und dunkler ist
als bei jungen Trieben.
Zum Schneiden selbst verwendet man am besten eine Astschere. Schweres
Geschütz wie etwa Baumsägen sind bei abgestorbenen
Ästen zumeist nicht nötig. Im Notfall lassen sich
diese Geräte beispielsweise in Baumärkten ausleihen -
eine eigene Anschaffung lohnt sich aufgrund des seltenen Einsatzes
zumeist nicht. Wichtig ist nur, darauf zu achten, beim
Rückschnitt der Zierkirschenäste nicht ins lebendige
Holz zu schneiden. Passiert dies doch einmal, kann die
„Wunde“ an der Schnittstelle mit Baumwachs
verschlossen werden. Hierdurch kann das Eindringen von Krankheiten in
den Baum vermieden werden.
Abgestorbene Äste können zu jeder Jahreszeit
abgeschnitten werden. Wem es jedoch darum geht, dass in die Krone der
Zierkirsche wieder Licht und Luft gelangt, der schneidet
sinnvollerweise in einem Monat ohne Laub, also zwischen November und
Februar. In dieser Zeit lässt es sich bedeutend einfacher
sehen, welche Stellen in der Krone zu dicht sind oder wo sich die
Äste gegenseitig überdecken. Ein guter Schnitt wird
in Inneren der Zierkirsche angesetzt und arbeitet sich nach
außen vor. Das heißt, stehen gelassen werden die
Triebe, die nach außen wachsen
Wem es beim Rückschnitt vor allem darum geht, kranke (also
noch nicht abgestorbene) Zweige zu entfernen, der tut gut daran, dies
im Spätsommer zu tun. Die Gefahr, dass bestimmte
Krankheitskeime in das Holz eindringen und auf den gesunden Teil des
Baums übergreifen, ist jetzt am geringsten. Dadurch, dass nun
wieder mehr Licht in die Krone gelangt, wird die vermehrte Bildung von
Blütenknospen angeregt.
Wer sich aus ästhetischen Gründen für einen
Rückschnitt und nicht nur einen Auslichtungsschnitt
entscheidet, etwa, weil die Zierkirsche zu sehr in die Höhe
geschossen ist, der wählt die Zeit nach der Blüte. Es
gibt Zierkirschenarten, die zweimal im Jahr blühen - bei
diesen sollte die Herbstblüte abgewartet werden.
Da viele Zierkirschen Veredelungen sind, kann es auch vorkommen, dass
ein unerwünschter Trieb (ein sogenannter Wildtrieb)
wächst, der nicht so recht zur Optik des restlichen Baums
passen will. Meist schießt dieser Trieb enorm in die
Länge. Diesen kann man beherzt zurückschneiden - am
besten in der Winterruhe, wenn auch andere Obstbäume
beschnitten werden. Notfalls lässt sich ein einzelner Trieb
jedoch auch nach der Blüte einkürzen, um ihn der
Optik der restlichen Baumes anzupassen.