Zierkürbisse (Cucurbita pepo) sind erst seit wenigen Jahren in den heimischen Gärten zu finden. Mittlerweile haben sie sich als beliebte Herbstdekoration einen festen Platz erobert. Der Fachhandel hat auf den Trend reagiert und viele verschiedene Sorten auf den Markt gebraucht. Der Hobbygärtner hat die Qual der Wahl aus gelben, roten, weißen und gar blau-schwarzen Früchten die sich in Form und Größe unterscheiden und klangvolle Namen wie „Ufo“ oder „Schwanenhals“ tragen.
Wer Zierkürbisse im eigenen Garten pflanzen möchte sollte Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Nachtschattengewächse nehmen. Die Pflanzen benötigen einen vollsonnigen Platz in humosen, tiefgründigen Boden. Kürbisse sind Starkzehrer und stellen hohe Ansprüche an das Nährstoffangebot des Bodens. Idealerweise wird der Boden bereits im Herbst des Vorjahres mit reifem Mist angereichert. Dieser wird oberflächlich in den Boden eingearbeitet und über den Winter von den Mikroorganismen zersetzt. Die Verbesserung kann noch kurz vor der Pflanzung erfolgen.
In diesem Fall muss der Mist bzw. Kompost vollständig verrottet sein. Zu frisches Material führt zu giftigen Fäulnisprozessen und hemmt das Wurzelwachstum. Eine schnelle Düngung kann durch die Gabe von Gesteinsmehl oder Blaukorn erfolgen. Als Langzeitdünger eignen sich Hornspäne besonders gut. Sie zersetzen sich langsam und bieten den Zierkürbissen ein dauerhaftes Nährstoffdepot. Die Jungpflanzen dürfen frühestens nach den Eisheiligen (ca. 15. Mai) ins Freiland gepflanzt werden, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Häufig sind die Temperaturen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni noch sehr kühl. Die Wärme liebenden Kürbisse vertragen dieses Klima schlecht und kümmern vor sich hin. Abhilfe können selbst gebastelte Hauben aus Klarsichtfolie schaffen. Dazu wird eine Folie über einen Drahtkorb gespannt, an der Oberseite mit einigen Luftlöchern versehen und über die Pflanze gestülpt. Diese Hilfsmittel erzeugt eine feucht-warmes Mikroklima und bietet zugleich Schutz vor den gefräßigen Schnecken.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte mit der Auspflanzung bis Mitte Juni warten. Die starkwüchsigen Pflanzen holen den Rückstand sehr schnell auf. Zierkürbisse benötigen ein Platzangebot von ca. 80 x 80 cm pro Pflanze. Eine Rankhilfe in Form eines Spaliers oder eines Gartenzauns wird sehr gerne angenommen und erschwert den Schnecken den Zugang zu den jungen Früchten. Grundsätzlich ist der Einsatz von Schneckenkorn unverzichtbar, da Zierkürbisse besonders oft von Schnecken zerstört werden.
Für eine reichhaltige Ernte benötigen die Pflanzen regelmäßige Düngung und tägliches durchdringendes Wässern. Ein kostenloses Düngemittel lässt sich aus Brennnesseln herstellen, die in einem Eimer Wasser zu stickstoffreicher Brennnesseljauche angesetzt werden.
Die Ernte lässt sich steigern, in dem die Früchte bereits kurz vor der vollständige Ausreifung abgeschnitten werden. Den Reifegrad lässt sich am Strunk der Frucht erkennen. Ist dieser noch weich und elastisch, befindet sich der Kürbis noch im Wachstum. Sobald der Strunk verhärtet und nur noch mit dem Fingernagel eingedrückt werden kann, ist er reif genug. Die vorzeitige Ernte führt zu neuen Fruchtansätzen. Einige Hobbygärtner versuchen aus ihren Zierkürbissen Saatgut für das Folgejahr zu gewinnen. Davon ist abzuraten, da sich die Pflanzen gerne mit benachbarten Esskürbissen oder Zucchini kreuzen. Eine Kreuzung untereinander ist ebenfalls an der Tagesordnung. Aus diesem Saatgut entwickeln sich erfahrungsgemäß unansehnliche und ungenießbare Bastardformen.