Bei der Bekämpfung von Disteln und verwandten Gewächsen muss
zunächst unterschieden werden, ob es sich um ein- oder
mehrjährige Gewächse und hauptsächlich durch Aussaat
vermehrende oder ausläufertreibende Arten handelt.
Zu den lästigsten Gästen in Gärten - vor allem in
Neubaugebieten, die in Landwirtschafts-Brachen erschlossen wurden -
zählt dabei die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), die von
Botanikern als sogenannte "Pionierpflanze" eingestuft ist - was nichts
Anderes heißt, als dass sie auch arme Böden wie schieren
Lehm oder Schutthaufen besiedeln kann.
Diese Distel entwickelt unterirdisch kriechende Wurzelstöcke,
die
sich je nach Gegebenheit sogar noch wesentlich tiefer, als der ohnehin
berüchtigte Löwenzahn (also weit mehr als 1 Meter) in den
Boden vorarbeiten und mit ihrer fadenähnlichen Verzweigung bis zu
den kleinsten Jungpflänzchen kaum wirksam bekämpfen lassen.
Selbst starke Blattkontakt-Sprühgifte wie RoundUp töten diese
Disteln nicht auf Dauer ab, es gibt immer überlebende
Wurzel-Bestandteile, die - längst schon vergessen geglaubt -
wieder austreiben. Großflächiges Umstechen einer für
Kulturen ins Auge gefasste Fläche mit einer Grabegabel und das
sorgfältige Ausziehen der Fadenwurzeln ist hier oft die bessere
Lösung.
Andere Disteln und Verwandte - wie etwa die Wilde Karde -
säen
sich meist über ihre wattebauschähnlichen Fruchtstände
in großer Zahl aus - vergleichbar dem Löwenzahn verbreitet
sich hier der Samen durch den Wind und bedarf keiner anspruchsvollen
Bodenverhältnisse, um zu keimen. Hierbei handelt es sich jedoch
(wie bei den meisten Carduus-Arten) um Saisonpflanzen oder
Zweijährige, die im Jugendstadium durch bloßes
sorgfältiges Ausstechen mit einem speziellen, schmalprofiligem
Unkrautstecher herausgezogen und per Entsorgung über die Biotonne
dauerhaft aus dem Garten entfernt werden können.
Natürlich sollte man im eigenen Gelände diesen Disteln - auch
wenn sie bisweilen in ihrem wehrhaften und spektakulären
Äußeren mit ihren hübschen purpurnen
Blütenköpfen recht dekorativ erscheinen und beispielsweise
gerne von Hummeln angeflogen werden - nicht die Chance zur
Samenentwicklung geben und sie frühzeitig abschneiden.
Wer großen Wert auf einen naturnahen Garten mit ökologischem
Nutzwert legt, wird aber wohl nicht umhin kommen, auch einige der
anscheinend so lästigen und stacheligen Plagegeister zu dulden:
nicht nur Hummeln und Schmetterlinge, auch Vögel wie die
Distelfinken, schätzen diese Pflanzen als Nahrungsquelle.
Nicht zuletzt stehen manche Distelarten sogar unter
besonderem Schutz
oder haben auch medizinische Bedeutung: Die Silberdistel (Carlina
acaulis) darf heutzutage nur noch aus Kulturbeständen in
Gärten eingeführt werden. Der Mariendistel (Sylibum marianum)
wird seit Urzeiten hilfreiche Wirkungen bei Leberbeschwerden
nachgesagt. Bloßes Verdammen dieser Pflanzen ist im
Öko-Garten also nicht angebracht.