Lavendel
ist eine anspruchslose Pflanze. Sie erfreut den Gärtner mit ihren
blauen Blütenrispen und frischem Lavendelduft. Da die getrockneten
Blüten noch lange ihr Aroma behalten, werden sie gerne zu Duftkissen
verarbeitet. Außerdem lässt sich Lavendel als Tee oder Gewürz in der
Küche verwenden. Bei so vielen guten Eigenschaften möchte jeder gerne
ausreichend Lavendel im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen.
Inzwischen gibt es Lavendel günstig als blühende Topfpflanze im
Gartenhandel zu kaufen. Die Grundlage für eine gute Weiterpflege ist
ein kalkhaltiger durchlässiger Boden in voller Sonne. Das kann ein
sonniger Platz im Garten sein, aber Lavendel wächst auch gut in Kübeln
und Kästen. Im Sommer ist auf eine ausreichende Wasserversorgung zu
achten. Nach der Blüte muss Lavendel geschnitten werden, damit er
ausreichend Wurzelwerk entwickelt und gut über den Winter kommt.
Lavendelpflanzen gibt es weiß, lilarosa oder lavendelblau blühend. Sie
sind Sonnenkinder und stammen aus dem Süden. Daher erfordert ihre
Überwinterung etwas Schutz, besonders bei tiefen Temperaturen ohne
Schneedecke. In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist der Lavendel
besonders frostempfindlich. Es dauert einige Jahre, bis die Wurzeln
tief genug in die Erde vorgedrungen sind. Ein verzögerter Rückschnitt
oder späte Düngung bringt die Lavendelbüsche dazu, noch einmal in der
Nachsaison auszutreiben. Dann allerdings sollte sich die Pflanze
bereits auf die Winterruhe vorbereiten.
Wer seine Lavendelbüsche direkt nach der ersten Blüte zurückschneidet,
erhält eine kleinere Nachblüte. Auch diese sollte möglichst bald
zurückgeschnitten werden, damit der Lavendel als kompakter Busch in die
Winterruhe geht. Im Sommer hilft dem Lavendel eine Abdeckung mit
kalkhaltigen Steinchen. Diese sollten jedoch im Winter mit
Tannenzweigen abgedeckt werden, damit sie sich nicht vorzeitig in der
Wintersonne aufheizen. Der Lavendel würde dann in milden Perioden
austreiben und bei anschließendem Frost erfrieren.
Im Herbst unterstützt eine leicht Gabe Kali die Winterfestigkeit der
Lavendelbüsche.
Wer seine Lavendelpflanzen in
Töpfen und Kästen kultiviert, sollte die Pflanzgefäße an einem
frostgeschützten Platz zusammenstellen. Die Hohlräume zwischen den
Töpfen werden mit Laub ausgestopft und die ganze Topfgruppe kann mit
Jute umwickelt werden. Eine dicke Schleife hält die Jute am Platz und
sieht dekorativ aus. Unter den Pflanztöpfen schützen Styroporplatten
oder Holzbretter vor Bodenkälte. Zwischen die Lavendelpflanzen werden
locker Fichten- oder Tannenzweige als Winterschutz gesteckt. Sie
mildern austrocknende Winde und es entsteht ein geschütztes Klima für
die Lavendelpflanzen. Außerdem wird zu starker Sonnenschein abgehalten.
Auch die Schneelast verteilt sich auf dem so geschützten Lavendel
besser. Auf jeden Fall muss die Abdeckung luftdurchlässig sein, weil
sonst Schimmelpilzbefall droht.
Erst nach den harten Frostperioden wird der Frostschutz nach und nach
gelockert. Nach den Spätfrösten werden die dürren Nadelbaumzweige
wieder entfernt. Mit den Jahren werden die Lavendelbüsche größer und
ihr Wurzelwerk reicht in tiefere Regionen. Damit steigt auch die
Frosthärte.