"Komm in das Land, wo die Zitronen blühen", dichtete schon
Johann Wolfgang von Goethe. Und tatsächlich verbreitet ein
gesunder Zitronenbaum mit glänzend dunkelgrünen Blättern und
goldgelben Früchten auch im kühlen Norden südliche
Urlaubsstimmung. Doch bald nach dem Kauf verfärben sich die
Blätter plötzlich gelb und fallen ab. Welche Ursachen hat das
und was ist dagegen zu unternehmen?
Die Grundbedürfnisse der Zitronenpflanzen
Generell haben Zitronen ihre eigenen Ansprüche an Erde,
Nährstoffe, Gießwasser und Standort. Sie stammen aus
südlichen Regionen mit kräftiger nahrhafter Erde.
Zitronenbäume lieben die Wärme. Wenn es warm ist, verdunsten
sie viel Wasser und müssen regelmäßig gegossen werden. Das
Gießwasser sollte temperiert sein und nicht zu sauer. Auch
Zitronenpflanzen brauchen ein Mindestmaß an Kalk. Gedüngt
werden dürfen nur Pflanzen, die gesunde Wurzeln haben. Für
Blattverfärbungen gibt es verschiedene Ursachen.
Wurzelschäden führen zu gelben Blättern.
Sobald die Temperatur 12 Grad Celsius fällt, stellen
Zitronenpflanzen die Verdunstung weitgehend ein. Wenn die
Zitronen draußen stehen, werden sie von Regen auch in
Kaltwetterperioden durchnässt. Die kalten Wurzeln können
jedoch die Feuchtigkeit nicht aufnehmen und beginnen zu
faulen. Abgestorbene Wurzeln bedeuten aber, dass die Pflanze
die Blattmasse nicht mehr ausreichend ernähren kann. Wenn
beim Austopfen blasse, vertrocknete und verfaulte Wurzeln im
Außenbereich sichtbar werden, sind das
Kälte-/Feuchtigkeitsschäden. Gesunde Wurzeln sind fleischig
und gelblich und können Trockenperioden problemlos
überstehen. Die kranken Wurzeln sind zurückzuschneiden und
die Pflanze sollte an einen warmen und hellen Standort
gebracht werden. Sie treibt bei vorsichtigem Gießen wieder
aus und ersetzt die abgefallenen Blätter.
Dünge- und Sonnenschäden an Zitronenpflanzen
Weißliche oder hellgelbe Blattverfärbungen entstehen durch
sogenannte Chlorosen. Diese Störungen der
Mineralstoffverwertung entstehen durch Mangel oder Überschuss
einzelner Mineralien. Bei zu hohem Kalkgehalt der Erde oder
des Düngers kann die Zitruspflanze das Eisen nicht verwerten.
Dadurch baut sie nicht genügend Blattgrün auf. Eisenmangel
kann kurzfristig durch eine Blattspritzung mit einem
Eisenchelatmittel aus dem Gartenhandel behoben werden.
Mehrere stark verdünnte Spritzungen werden besser vertragen
als eine einzelne starke Lösung. Um die Mineralstoffe zu
verwerten, braucht die Pflanze jeweils eine spezielle
Zusammensetzung des Düngers. Daher ist es am günstigsten,
handelsübliche Zitronenerde und Zitruspflanzendünger zu
benutzen.
Auch Sonnenbrand führt zu gelben Blättern, die dann hellbraun
werden und abfallen. Besonders gefährdet sind die
Zitronenpflanzen, wenn sie aus dem lichtarmen Winterquartier
kommen. Die zarten hellgrünen Triebe haben dann noch nicht
ausreichend Chlorophyll zum Sonnenschutz eingelagert und
verbrennen als Erstes. Ein Rückschnitt ist nach Sonnenbrand
angebracht. Bei geschütztem, warmem Standort wird die Pflanze
wieder neu austreiben.
Ein bisschen Blattfall bei Zitronen ist normal
Auch wenn Zitronenbäumchen immergrün sind, müssen sie etwa
alle drei Jahre ihre Blätter erneuern. Ein Großteil der
Blätter wird nach dem Einräumen ins Winterquartier gelb und
fällt ab. Gelbe Blätter sollten immer entsorgt werden, da sie
eine Grundlage für Pilze und Schädlinge bilden. Wichtig im
Winterquartier sind ausreichend Licht, Temperaturen unter 12
Grad Celsius und vorsichtiges Gießen in langen Abständen und
ohne Düngung. In dieser Ruhephase entwickeln sich auch die
Blütenansätze für das neue Jahr.