In jedem Jahr ab Beginn des Frühjahrs bietet sich den
Teichbesitzern das gleiche Bild: Fischreiher suchen Gartenteiche wie
ein Selbstbedienungsbuffet auf. Die eleganten Räuber
können Fische bis über 30cm mühelos fassen
und verspeisen. Haben sie erst einmal einen fischreichen Teich
für sich entdeckt, lassen sie von diesem nicht vor kompletter
Leerung ab. Viele Tiere überprüfen sogar in
regelmäßigen Abständen, ob der
Teichbesitzer das Reiherbuffet vielleicht schon wieder
aufgefüllt hat. Bei aller Liebe zu den schönen
Reihern, der Graureiher steht übrigens unter Naturschutz,
platzt doch so manchem Teichbesitzer beim Anblick der
geflügelten Fischräuber der Kragen –
Abhilfe muss geschaffen werden!
Am bekanntesten ist das Aufstellen einer Reiherfigur. Sie
signalisiert dem Reiher, dass der Teich bereits besetzt ist und
veranlasst ihn weiter zu ziehen. Doch man sollte sich nicht auf den
stummen Helfer in Reihergestalt verlassen, denn ältere und
erfahrene Tiere beobachten geduldig den vermeintlichen Konkurrenten und
wenn dieser auch nach längerer Zeit keine Bewegungen anzeigt,
wird der Teich dennoch ins Landevisier genommen.
Als erfolgreich hat sich die Positionierung einer schwimmenden
„Glitzer-Pyramide“ auf dem Teich erwiesen. Die
intensiven Lichtspiegelungen werden vom Reiher als ausgesprochen
unangenehm und störend empfunden. Diese Pyramiden sind im
Handel erhältlich, doch mit ein wenig Einfallsreichtum auch
preiswert in Eigeninitiative herzustellen. Dabei ist zu beachten, dass
unterschiedliche Reflektionsflächen das Licht
möglichst „wild“ und intensiv
zurückwerfen.
Die im Handel erhältlichen Bewegungsmelder spritzen entweder
Wasser oder lösen eine störende
Geräuschkulisse bei Registrierung eines Reihers aus. Die
Geräte sind erfolgreich, doch mit einem kleinen Nachteil
behaftet: auch der Gartenbesitzer selbst kann die Vorgänge
auslösen und dementsprechend laut oder nass fällt der
Teichbesuch aus.
Eine wirkungsvolle und zudem auch Algen - vermindernde
Variante ist das Spannen eines Sonnensegels. Da die Sicht auf den Teich
versperrt ist, entgeht dem Reiher diese Nahrungsquelle komplett.
Drähte oder Angelsehnen, über den Teich gespannt,
erschweren dem Reiher das Landen. Rechteckig in Abständen von
ca. 50cm angelegt behindern sie das Landemanöver massiv
– allerdings auch die Teichreinigung.
Flach gespannte „Stolperdrähte“ im nahen
Uferbereich bringen den Schreitvogel ins Stolpern und er verzichtet
dauerhaft auf den so gesicherten Teich. Anstatt der
Stolperdrähte erfüllt auch eine Zielgerichtete
Uferbepflanzung in Kombination mit großen Steinen statt Kies,
Blumentöpfen oder Steinfiguren den gleichen Zweck. Dem Reiher
werden mit diesen Mitteln Lande- und Schreitmöglichkeiten
entzogen, so dass er geeignetere Plätze aufsuchen wird.
Teichnetze sind zwar wirkungsvoll, doch im Interesse der
Gesundheit der Reiher und anderer Vögel sollte man darauf
verzichten, zumal sie auch optisch nicht wirklich schön sind.
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