Ein naturnaher Gartenteich mit vielen Tieren und Pflanzen ist
der Traum vieler Gartenbesitzer. Gartencenter, die stets neue
Angebote für ihre Kunden suchen, bieten Teichmuscheln als
natürliche Wasserfilter an. Leider haben viele Teichbesitzer
meist wenig Glück mit ihren Muscheln, da sie den Winter oft
nicht überleben. Den Ratschlägen im Gartencenter kann
man leider nicht immer trauen.
Entnehmen Sie bitte keine Teichmuscheln der freien Natur. Das
schwächt die geringen natürlichen Bestände
und ist zudem verboten. Kaufen Sie Ihre Teichmuschel bei einem
Fischzüchter, der Ihnen auch die richtigen Tipps zur Pflege
dieser unscheinbaren Teichbewohner geben kann. Diese Muscheln sind
stärkeren Fischbesatz gewohnt. Nehmen Sie eher eine kleine
Teichmuschel. Jüngere Tiere können sich meist besser
an neue Wasserverhältnisse anpassen als alte Tiere. In einem
großen Gartenteich kann die sehr langsam wachsende Muschel
bis zu 15 Jahre leben.
Teichmuscheln leben im sandigen oder schlammigen Boden von
relativ sauberen Gewässern. Deshalb sind sie in Deutschland
stark gefährdet und stehen unter Naturschutz! Mit ihrem
muskulösen Fuß graben sie sich im Sand ein,
durchpflügen den Sand oder sehen mit einem Ende ihrer Schale
aus dem Sand heraus. Da die Große Teichmuschel etwa 20
Zentimeter Länge erreichen kann, benötigt sie in
unserem Gartenteich Sandboden von mindestens zehn Zentimeter Tiefe!
Für eine erfolgreiche Überwinterung im Teich
ist zusätzlich eine Wassertiefe von mindestens 60 Zentimeter
angebracht. Wer mit lang anhaltenden, starken Frösten im
Winter rechnen muss, sollte den Teich für die Muscheln und
Fische eher tiefer dimensionieren.
Die Große Teichmuschel kann 500 bis 1000 Liter
Wasser pro Tag filtern. Dabei sucht sie sich Schwebteile, Algen und
andere Kleinstlebewesen als Nahrung aus dem Wasser. Pro Muschel sollten
also mindestens 1000 Liter Wasser zur Verfügung stehen, wenn
das Wasser trüb ist und deshalb viele Nährstoffe
besitzt. Bei klarem Wasser benötigt eine Teichmuschel etwa
5000 Liter. Wer zusätzlich zu seinen Muscheln noch einen
Filter zur Reinigung des Wassers einsetzt, entzieht der Muschel die
Nahrung, so dass sie verhungern muss.
Große Fische wie Koi-Karpfen sind die Fressfeinde
der Teichmuscheln. Wenn die Muscheln ungeschützt auf dem
Teichboden liegen, stupsen die Fische daran herum, so dass die Muschel
ihre Schalen verschließt und keine Ruhe findet, Wasser zu
filtrieren. Wenn sie ihren muskulösen Fuß aus den
Schalen streckt, beißen die Fische hinein. Fische und
Muscheln vertragen sich nur in einem sehr großen Teich mit
wenig Fischbesatz und tiefem Bodengrund für die Muschel. Dies
kommt einer artgerechten Tierhaltung am nächsten.
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